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Plittersdorfer befürchten Folgen fürs Mikroklima: Für BSI-Neubau könnten bis zu 200 Bäume fallen

Plittersdorfer befürchten Folgen fürs Mikroklima : Für BSI-Neubau könnten bis zu 200 Bäume fallen

Die Mitglieder der Interessengruppe Flussviertel sorgen sich um das Klima im Quartier. Für den Neubau des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Plittersdorf könnten bis zu 200 Bäume gefällt werden. Wie das Bundesamt genau aussehen wird, lässt die Bauherrin Bima noch offen.

Wo gebaut wird, brechen die Nachbarn selten in Freudentaumel aus. So verhält es sich auch mit zwei Großprojekten an der Kennedyallee. Im einen Fall sollen, wie berichtet, am jetzigen Standort der Postbank AG rund 380 Wohneinheiten sowie Büroflächen und eine Kita entstehen. Direkt gegenüber, auf dem Areal zwischen Johanna-Kinkel-Straße, Ludwig-Erhard-Allee und Kennedyallee, erhält das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seinen neuen Sitz.

Was beide Projekte eint, ist der Wegfall diverser Bäume. 80 teils geschützte Bäume sind es im ersten Fall, circa 200 befürchten Mitglieder der Interessengruppe Flussviertel (IGF) beim BSI-Neubau. In der Gruppe haben sich Anlieger aus dem nördlichen Plittersdorf zusammengeschlossen. Sie fordern eine „ganzheitliche Betrachtung des Einflusses aller Neubauten auf Verkehr und Klima“. „Wir befürchten negative Einflüsse auf das Klima durch umfangreiche Baumfällungen und fehlende Durchlüftung“, sagte Mitglied Ulrike Preißler. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Erhitzung seien eine Folge. „Schon jetzt ist Plittersdorf in den Klimakarten der Stadt der heißeste Ortsteil“, so Preißler.

Es gibt nur einen Angebotsbebauungsplan

Wie viele Bäume genau gefällt werden, stehe noch nicht fest, teilte Isabel Klotz vom Presseamt der Stadt Bonn mit. Der Bebauungsplan für das BSI sei zwar am 19. Februar 2020 in Kraft getreten. „Dem Bebauungsplan lag aber noch kein konkretes Vorhaben zugrunde, weshalb er auch nicht als ‚vorhabenbezogener Bebauungsplan‘, sondern als sogenannter „Angebotsbebauungsplan“ aufgestellt wurde“, erklärte Klotz. Damit bieten die Festsetzungen einen Rahmen, der zwar nicht wesentlich überschritten, wohl aber unterschritten werden darf.

Sicher ist laut Stadtplanungsamt, dass die Bäume an der Ludwig-Erhard-Allee erhalten bleiben. Tatsächlich könnte aber die von der Interessengruppe genannte Zahl der Fällungen hinkommen. In der überbaubaren Fläche befinden sich nämlich nach den Angaben des Umweltberichts 129 satzungsgeschützte Bäume, davon werden 21 als „erhaltenswert“ eingestuft. Darin sind aber nicht-geschützte Exemplare noch nicht enthalten.

Platz für 1050 Beschäftigte

Das BSI hat an mehreren Standorten in Bonn rund 800 Mitarbeiter. Sie sollen in den Neubau ziehen, der wiederum den Raumbedarf der wachsenden Behörde für etwa 1050 Beschäftigte abdeckt. Auf Nachfrage sagte die Bauherrin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der Neubau befinde sich im laufenden Vergabeverfahren, weshalb man sich nicht zu Planungen äußern könne. Gemäß Bebauungsplan könnte im südöstlichen Teil ein Hochhaus mit maximal 40 Metern den Eingang zum Bundesviertel markieren. Für den überwiegenden Teil des Grundstücks ist nur eine bis zu 28 Meter hohe Bebauung zugelassen. Um den Übergang zum Wohnviertel zu gewährleisten, erfolgt Richtung Westen eine gestaffelte Reduzierung der möglichen Gebäudehöhen auf zehn und acht Meter.