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SSV Plittersdorf und seine Anlage: Fußballern in Plittersdorf fehlen die Toiletten

SSV Plittersdorf und seine Anlage : Fußballern in Plittersdorf fehlen die Toiletten

Seit Ende 2018 kann der SSV Plittersdorf die Toiletten in der Turnhalle der Gotenschule nicht mehr nutzen. Außerdem gibt es Probleme mit Umkleiden und Lagerräumen. Die Stadt verspricht jetzt: Container sollen Abhilfe schaffen.

Auf den ersten Blick läuft beim SSV Plittersdorf 1922 alles rund. Die Kicker können sich nicht über mangelnden Nachwuchs beklagen, der Sportplatz an der Neckarstraße, auf dem sie trainieren, zählt zu „den besten Kunstrasenplätzen Bonns“, wie es auf der Homepage des Vereins heißt. Doch auf den zweiten Blick liegt einiges im Argen – was aber nichts mit dem sportlichen Geschehen, sondern mit dem Drumherum zu tun hat.

Ein Problem: Seit Ende 2018 können die Kicker die Toiletten an der Turnhalle Gotenschule nicht mehr nutzen, berichtet SSV-Vorsitzende Ingrid Naß. Als Alternative dienen zwei Dixie-Klos, die nicht nur nicht besonders gut riechen, sondern auch kein fließendes Wasser haben. Händewaschen? Fehlanzeige. Außerdem „wurden sie nachts bereits mehrfach umgeworfen“. Doch das ist noch nicht alles: Auch mit Umkleiden, Lagerräumen und der Flutlichtanlage gibt es Probleme, so Naß, die sich mit einem Brief an Sportamtsleiter Stefan Günther gewendet hat.

Wie berichtet, soll die alte Turnhalle an der Gotenschule, die bereits seit mehr als einem Jahr geschlossen ist, in den Sommerferien abgerissen werden. Läuft alles nach Plan, wird Anfang 2020 neu gebaut. Dann entsteht an alter Stelle eine mehrgeschossige Einfeldhalle. Die Stadt rechnet damit, dass die Maßnahme rund 5,3 Millionen Euro kosten wird. Ob es so kommt, entscheidet der Rat in seiner nächsten Sitzung. Bislang sind die Signale aus der Politik positiv.

Langer Weg zur Toilette

Als die Turnhalle 2018 geschlossen wurde, habe die Stadt signalisiert, dass für Toiletten, Umkleiden und Lagerräume Container aufgestellt würden, berichtet Naß. Passiert sei noch nichts. Im Gegenteil: Die Situation habe sich noch verschlimmert. Denn nach der Schließung sei in der Halle die Heizung zurückgebaut worden. Deshalb sei im Winter ein Rohr eingefroren und geplatzt, die Toiletten wurden geschlossen. „Wir können zwar sonntags die Räume am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium nutzen, aber die sind weit weg“, so Naß. Gerade für den Nachwuchs sei der Weg zur Toilette zu lang.

Der Sportplatz, der auch von verschiedenen Schulen wie der Gotenschule und der Bonn International School genutzt wird, sei gut frequentiert, berichtet Trainer Ingo Hahlen, der wegen des fehlenden Wasseranschlusses zu jedem Training, zu jedem Spiel literweise Wasser an den Sportplatz schleppt. „Teilweise sind hier drei Mannschaften plus Schüler aktiv.“ Da reichten die Toiletten nicht aus. Sein Vorschlag: Die Container sollten direkt am Sportplatz installiert werden. „Dann könnte man sie beibehalten, wenn die Halle fertig ist.“ So wie es ist, könne es auf jeden Fall nicht bleiben. Das sähen auch andere Eltern so: „Wir sind besorgt, aufgebracht, und es wird hier viel verschenkt“, sagt Hahlen.

Flutlicht extrem wichtig

Auch in Sachen Umkleiden sieht es nicht gut aus. Diese stehen den Fußballern an der Halle zwar zur Verfügung, sind aber zu klein und in die Jahre gekommen. Es besteht keine Möglichkeit zu duschen. Außerdem nutzen die Sportler zwei Räume in der Turnhalle als Lager. Bis zu den Sommerferien müsse man das Material anderweitig unterbringen. Eine Alternative sei bislang noch nicht in Sicht, kritisiert Naß. Und: „Die Technik für das Flutlicht befindet sich an der Halle.“ Die Frage sei, wo diese angebracht werde, bis der Neubau fertig sei. Denn, so Naß, ohne Technik könne man die Anlage nicht bedienen. Das Flutlicht aber sei für den Spielbetrieb extrem wichtig.

Die Flutlichtanlage und deren Technik habe man in der Planung berücksichtigt, gibt Isabel Klotz vom städtischen Presseamt Entwarnung. Auch in Sachen Lagerräume, Umkleiden und Toiletten sei eine Lösung gefunden. Die bereits avisierten Container sollen zügig bereitgestellt werden. „Hier können die notwendigen Materialien zwischengelagert werden, zum Beispiel im Schiedsrichterraum oder den Umkleiden“, so Klotz. Alles Weitere müssten die Trainer gegebenenfalls mit nach Hause nehmen „und zum Training wieder mitbringen“. So werde es bei anderen Vereinen auch ohne Baumaßnahme gehandhabt. Darüber hinaus würden zwei Mannschaftscontainer zur Verfügung gestellt, in denen sich Duschen befinden. Auch im kleineren Schiedsrichtercontainer soll es eine Dusche geben. Zusätzlich werde ein Toilettenwagen für Herren und Damen installiert, beschreibt Klotz.