1. Bonn
  2. Bad Godesberg

125 Jahre Bonner Sozialdemokratie: Gabriel und Müntefering feiern mit der SPD in Godesberg

125 Jahre Bonner Sozialdemokratie : Gabriel und Müntefering feiern mit der SPD in Godesberg

Passender hätte der Ort kaum sein können, um 125 Jahre Bonner SPD zu feiern: Wegen der vielen Zusagen hatte die Partei die Veranstaltung aus dem Endenicher Theater im Ballsaal in die Stadthalle verlegt - den Ort, an dem die Genossen 1959 das Godesberger Programm verabschiedeten.

Dort konnte der Kreisvorsitzende Gabriel Kunze gestern Nachmittag mehrere Hundert Gäste begrüßen.

So wie das Godesberger Programm den Wandel der SPD zur Volkspartei einläutete, sei wieder eine Zeit der Veränderung angebrochen, betonte Kunze. Nach der Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl im September müsse die Bonner SPD den richtigen Weg finden, um sich neu aufzustellen. Kunze dankte seinem Parteifreund Jürgen Nimptsch für dessen Leistungen im Dienst der Stadt. Nimptsch habe für Bonn "den Kopf hingehalten".

Lob kassierte der scheidende OB auch vom Hauptredner der Festveranstaltung: Vize-Kanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Ebenso wie Bärbel Dieckmann, die als erste Oberbürgermeisterin in Bonn "eine neue Ära einleitete", habe Nimptsch dazu beigetragen, dass die Bundesstadt heute ein attraktiver, internationaler Standort sei. Nimptsch habe "keine leichte Zeit gehabt". Der Bundesvorsitzende würdigte auch die historische Entwicklung der Bonner SPD: vom politischen Außenseiter zur Bonner Regierungspartei im "schwarzen Adenauerland". Wie schwer der Anfang war, verdeutlichte Gabriel mit einer Zahl: In den 1880er Jahren habe August Bebel bei der Reichstagswahl in Bonn ganze neun Stimmen geholt. "Ihr seht, es war schon mal schlimmer als heute", witzelte er und meinte mit Blick auf kommende Wahlen: "Bange machen gilt nicht."

Genau wie Gabriel ging auch Franz Müntefering als zweiter Redner auf die aktuelle Flüchtlingssituation ein. Natürlich könne Deutschland nicht alle Bedrohten dieser Welt aufnehmen, sagte der Ex-Parteichef: "Aber das darf nicht dazu führen, dass man die nicht rettet, die man retten kann." Dafür gab es großen Beifall in der Stadthalle.