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Kommentar: Gefährliche Abenteuer

Kommentar : Gefährliche Abenteuer

Wer kann Jugendliche davor bewahren, auf leerstehende Häuser zu steigen und durch morsche Dächer zu stürzen? Ein mahnendes Wort von Eltern und Lehrern reicht wahrscheinlich nicht aus.

An der Nesselburg ist es jetzt Zeit, Maßnahmen der Gefahrenabwehr zu ergreifen. Lange waren die leerstehenden Gebäude aus Bonns Botschaftsvergangenheit vor allem ein optisches Problem. Nach mehr als zehn Jahren Leerstand sind manche jetzt so marode, dass man sich ernsthaft Gedanken um die Sicherheit machen sollte. Abenteuerliche Ausflüge sind hier zwar verboten, aber das scheint die ungebetenen Gäste nicht zu kümmern.

Ein echtes Trauerspiel ist der Zustand der alten Domhofschule, die komplett zugrunde gerichtet zu sein scheint. Dass aus den vernagelten, besprühten Gebäuden noch ein sechsgruppiger Kindergarten wird, kann man sich als Laie nicht vorstellen. Die Stadt hatte Hinweise darauf, dass die leere Schule ein illegaler Treffpunkt war. Bauzäune alleine konnten den Vandalismus nicht aufhalten.

Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Gebäude sofort abzureißen und das gesamte Gelände zwischen Grundschulneubau und Domhofstraße neu zu ordnen. Nach wie vor fehlt hier eine Turnhalle, und der neue Kindergarten könnte gleich so gebaut werden, dass weniger dunkle Ecken und Verstecke zu Sachbeschädigung einladen. Wenn das Areal so verwinkelt und zugewuchert bleibt, wird es auch ein Unsicherheitsfaktor bleiben.