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Fällaktion: Gefährliches Überbleibsel am Mehlemer Bach

Fällaktion : Gefährliches Überbleibsel am Mehlemer Bach

Ein Bürger ärgert sich über eine Fällaktion vor kurzer Zeit am Mehlemer Bach. Dabei geht es nicht darum, dass eine riesige, morsche Pappel, die am Bach und nahe von Wohnhäusern stand, gefällt worden war. Es geht dem Bürger um das "Wie".

Denn als sich der Beschwerdeführer den Ort des Geschehens ansah, war er schlicht "entsetzt. Große Zweige von einer gefällten Fichte, das Astwerk der Pappel ist nur zur Seite geschoben worden und überall liegen Äste und Zweige, die bei der nächsten Überschwemmung als Treibgut direkt an der Brücke von der Bachemer Straße ankommen."

Aus seiner Sicht ist es widersinnig, dass etwa 250 Meter entfernt eine Grobrechenanlage im Bachbett eingebaut wurde, um das gefährliche Treibgut früh abzufangen. Während um den Rechen auch die Böschungen dementsprechend frei geschnitten wurden, liege einen Steinwurf bachabwärts mitten im Überschwemmungsgebiet "Treibgut in Mengen", kritisiert der Mann. Vor allem mit Blick auf die gerade erst wieder über die Bonner Nachbarregionen hinweggezogenen Unwetter hätte das Schwemmgut im Fall eines Starkregens über Wachtberg gravierende Folgen haben können.

In der Bonner Verwaltung ist der Sachverhalt bekannt. "Es handelt sich hier um ein Privatgrundstück", erklärte Marc Hoffmann, stellvertretender Sprecher der Stadt, auf Anfrage. Das Tiefbauamt habe bereits im Dezember vergangenen Jahres den Grundstückseigentümer aufgefordert, die Säulenpappel schnellstmöglich zu beseitigen. "Die Verkehrssicherheit war nicht mehr gewährleistet", so Hoffmann. Im Falle eines Bruches wären Personen- und Sachschäden auf benachbarten Grundstücken zu befürchten gewesen.

Derweil habe der Eigentümer eine Firma mit der Fällung beauftragt, die am 16. Mai erfolgte. Aber auch die Stadt musste nun feststellen, dass auf dem Grundstück noch etliche Gehölzreste liegen. "Die müssen noch entfernt werden", so Marc Hoffmann weiter, "weil sie als mögliches Schwemmgut im Falle von Starkregen und Hochwasser noch weitere Schäden verursachen würden. Da haben wir natürlich ein Auge drauf." Gehölzreste, die durch die Fällung der Pappel auch auf dem Vorland am Mehlemer Bach und damit im Zuständigkeitsbereich der Stadt gelandet waren, habe das zuständige Tiefbauamt nach Aussage von Hoffmann bereits am 3. Juni beseitigt.

Der stellvertretende Stadtsprecher wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Verwaltung gerade dieses Thema in den letzten Monaten mehrfach aufgegriffen habe. Erst Mitte Mai bat die Stadt nach Aussage Hoffmanns Privateigentümer, "kein Material auf dem eigenen Grund und Boden im Bereich von Gewässern zu lagern, das als Treibgut an anderen Orten Schaden anrichten kann".