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Heiderhoferin gründet Hilfsprojekt: Gehäkelte Babysachen fürs Marienhospital

Heiderhoferin gründet Hilfsprojekt : Gehäkelte Babysachen fürs Marienhospital

Sylvia Zscheile hat eine Facebook-Gruppe gegründet, die fürs Marienhospital strickt und häkelt. Noch vor Ostern will die Heiderhoferin Eltern und Babys sieben Kisten mit Decken, Mützen, kleinen Schuhen und Schmusetieren vorbeibringen.

Eigentlich häkelt Sylvia Zscheile schon immer gerne. „Das entspannt mich“, berichtet die Hotelfachfrau. „Wenn andere abends auf der Couch ein Bier trinken, häkele ich. Ich glaube, das ist besser.“ Zscheile lacht. Sie hat kürzlich das Appart-Hotel am Heiderhofer Schlehenweg schließen müssen. Wie berichtet, hatte die Besitzergruppe die Immobile verkauft. Und der neue Besitzer plant offenbar, die Anlage zu Wohnungen machen.

Deshalb und wegen der Pandemie habe sie aktuell also besonders viel Zeit für ihr Hobby, sagt Zscheile. So habe sie ihr Projekt „Häkeln für den guten Zweck“ gestartet. Mit Gleichgesinnten hat sie dem Marienhospital in dieser Woche die erste Ladung selbst hergestellter Kinderartikel überbracht. „Die haben dort doch kranke Kinder, aber auch die Neugeborenen, die Frühchen und die Sternenkinder, also die Babys, die sterben. Für die wollten wir etwas tun“, erläutert die Heiderhoferin.

Gehäkelte Osterhasen fürs Fest

Zscheile nahm sich erst einmal ihre vielen Wollreste vor, die sich in den letzten Jahren angesammelt hatten. Seit eine Bekannte sie einmal gebeten hatte, ihr eine Babygarnitur zu häkeln, war Zscheile Expertin dafür in allen Größen und Farben geworden. Inzwischen zaubert sie Decken, Mützen, kleine Schuhe und Schmusetiere in allen möglichen Wollsorten. „In letzter Zeit habe ich mich auf gehäkelte Hasen für Ostern konzentriert“, berichtet sie und zeigt auf einen übervollen Hasenkarton.

Sie probierte aber auch neue Modelle und Tiersorten für Kleinkinder aus, indem sie im Internet Filme und Berichte studierte. Schließlich gründete sie eine extra Facebook-Gruppe (“Häkeln, Stricken und Nähen mit viel Herz für einen guten Zweck“) für das Projekt. „Wir wollen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“ Neben über 100 Interessenten meldeten sich acht Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet, die praktisch mit anpacken wollten. Nun konnte die Arbeit richtig losgehen.

Trost für Eltern von Sternenkindern

Denn jede Teilnehmerin brachte ihre Expertise ein. „Es sind alles Frauen mit viel Geschick und momentan viel Zeit, meist Frührentnerinnen“, berichtet die Heiderhoferin und zeigt auf Päckchen, die sie in den letzten Tagen von den Handarbeiterinnen für ihr Projekt erhalten hat. Beate Wagner aus Baden-Württemberg ist die Strickexpertin der Gruppe. Sie hat bildhübsche Püppchen und Dutzende kleine Sockenpaare geschickt. Beate Hoffmann aus Rheinberg konzentriert sich auf Näharbeiten. Zscheile zeigt Hoffmanns erstaunliche Kollektion an Strampelanzügen.

Patricia Ackers aus Bedburg hat Artikel für die Sternenkinder eingepackt: „Das sind Trösterchen für die Familien, wenn die Trauer groß ist“, erläutert die Heiderhoferin und zeigt weitere Ideen: Kissenbezüge, Stirnbänder für schon größere Kinder, kleine Taschen und Glückssäckchen, lächelnde Trostpuppen für schwerkranke Kinder sowie phantasievolle Schlüsselanhänger.

Wenn alles gut läuft, wandern die restlichen der sieben Kisten auch noch vor Ostern in Zscheiles Auto und damit ins Marienhospital. „Ich glaube, gerade in der Corona-Zeit können unsere Artikel etwas Freude machen.“