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Planung für den Heiderhof: Generationenpark nimmt die nächste Hürde

Planung für den Heiderhof : Generationenpark nimmt die nächste Hürde

Die Mehrheit der Godesberger Bezirksvertretung stimmt dem Vorentwurf zur Umgestaltung des Heiderhofer Sportplatzes zu. Die Bürgerbeteiligung ist auch im nächsten Schritt ein wesentliches Instrument. Ein Bonner Planungsbüro erhält den Zuschlag.

Die Umgestaltung des Heiderhofer Sportplatzes zu einem Generationenpark für alle Bürger hat die nächste Hürde genommen. Gegen die Stimmen der Alternative für Deutschland (AfD) und des Bürger Bund Bonn (BBB) haben sich die Bad Godesberger Bezirksverordneten dafür ausgesprochen, weitere Planungsleistungen und die erforderlichen Gutachten zum Naturschutz in Auftrag zu geben.

Wie berichtet, wird der Platz seit einigen Jahren nicht mehr von Vereinen genutzt. Deshalb hatte die Stadt im Juni 2019 eine Bürgerbeteiligung für eine neue Nutzung angeregt. Nach einer zweitägigen Werkstatt, an der sich neben Bürgern auch drei Landschaftsplanungsbüros aus Bonn, Bochum und Frankfurt beteiligten, hatte im November 2020 die Empfehlungskommission per Video getagt, wie die Verwaltung in ihrer Vorlage mitteilte.

Areal soll neu modelliert werden

Die Mitglieder, unter anderem Sportdezernentin Birgit Schneider-Bönninger, Bezirksbürgermeister Christoph Jansen und die Vorsitzende des Bürgervereins Barbara Hopmann, hatten dann einen Vorentwurf auswählen müssen. Gemäß der Kriterien Gestaltung, Funktionalität und Gebrauchsqualität, Wirtschaftlich- und Nachhaltigkeit sowie Pflege und Unterhalt entschied man sich für das Niederholtorfer Büro Atelier Grünplan. „Der Vorentwurf setzt auf einen ‚Neubeginn’ der Sportanlage, der mit Bedacht und Sorgfalt aus dem Bestand entwickelt wird“, meint die Verwaltung. Die aus der topografischen und räumlichen Abgeschiedenheit des Platzes resultierenden Probleme fehlender Wahrnehmbarkeit, Sozialkontrolle und schlechter Zugänglichkeit wollen die Niederholtorfer durch eine neue Modellierung des Areals beseitigen.

Um eine zentrale Rasenfläche, die für alle Nutzer offen steht, gruppieren sich verschiedene Angebote für unterschiedliche Aktivitäten vom Skaten über Beachvolleyball bis zu Kardiotraining, Yoga und kleine Veranstaltungen, ergänzt mit sparsam gesetzten Angeboten für kleinere Kinder. Hier ist auch die Platzfläche mit Schaukel am Drachenbergblick zu erwähnen.

„Von entscheidendem Vorteil ist die durchgehend barrierefreie Erschließung aller Bereiche, ergänzt durch inklusive Geräte“, so die Verwaltung. Im Vorentwurf berücksichtigt sei eine Fläche für einen BMX-Pumptrack. Der Vorentwurf sieht den teilweisen Erhalt des Umkleidegebäudes zur Ergänzung des freiräumlichen Konzeptes vor. „Dieses ist im weiteren Verfahren noch auf Machbarkeit zu untersuchen“, gibt es eine kleine Einschränkung. Außerdem müsse geprüft werden, ob der vom Atelier Grünplan vorgesehene Grillstein realisiert werden könne.

Neue Rasenflächen sorgen für eine Entsiegelung

Nicht ganz unwichtig für die Verwaltung: „Mit der Anlage großer Rasenflächen geht eine erhebliche Entsiegelung einher, sodass die vorliegende Entwässerungsproblematik lösbar erscheint.“ Im weiteren Prozess bleibt wegen der besonderen Lage im Landschaftsschutzgebiet die entsprechende Behörde der Stadt eingebunden. Und auch die Bürger sollen sich wieder einbringen können, bevor die Bezirksvertretung über das 850 000 Euro teure Projekt entscheidet. Die Durchführung hat die Verwaltung zum Doppelhaushalt 2021/2022 angemeldet, jetzt ging es um 193 000 Euro für weitere Schritte.

Marcel Schmitt (BBB) zeigte sich von der Vorlage nicht überzeugt: „Dass wir Sportplätze aufgeben, ist im Moment nachvollziehbar, aber die Bevölkerung verjüngt sich immer mehr.“ Die Grünen hingegen begrüßten, dass ein „attraktives Bewegungsangebot“ geschaffen werde, so Corinna Dahmen. Und auch die Untere Naturschutzbehörde sei mit im Boot.