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1036 Kilometer für den guten Zweck: Godesberger läuft in einem Rutsch von Konstanz bis Rotterdam

1036 Kilometer für den guten Zweck : Godesberger läuft in einem Rutsch von Konstanz bis Rotterdam

Helmuth Weil will in 16 Tagen den gesamten Rhein entlang laufen, um für Spenden zu werben. Drei Projekte aus der Region sollen unterstützt werden, darunter Godesberger Nicolaus-Cusanus-Gymnasium. Der 53-Jährige sorgt mit eigener Musik unterwegs für Abwechslung und setzt auch auf viele Mitläufer.

Ab dem 4. Juli gönnt sich Helmuth Weil volle 16 Tage lang einen ganz besonderen Rheinblick. Dabei steuert der Godesberger nicht etwa einen Aussichtspunkt an oder lässt sich auf einer gemütlichen Terrasse nieder. Weil führt sich den großen Fluss in voller Länge vor Augen. Sein Vorhaben: Die gesamten 1036 sogenannten Schiffskilometer von Konstanz bis Rotterdam für den guten Zweck ablaufen.

Im Vorfeld hat Weil unter anderem seine beruflichen und privaten Kontakte bemüht, um auf seinen Charity-Lauf aufmerksam zu machen und damit Spenden für Hilfsprojekte einzuwerben. Zudem hat er sich interessante Begleitung für die diversen Etappen gesucht. Am 14. Juli will der Mehlemer laut Zeitplan seine Heimatregion passieren – mit heimischen Mitläufern an seiner Seite.

Geld für drei „Herzensangelegenheiten“ sammeln

Laufend Gutes tun – an sich nichts Neues für den 53-Jährigen. Schon öfter hat er sich mit Körperkraft in den Dienst von guten Zwecken gestellt. Das Projekt, den Rhein zu erlaufen, sei eine andere Hausnummer: „Nicht nur die Strecke selbst, sondern auch die Vorbereitungen waren eine Herausforderung. Aber mir war klar, dass es etwas Größeres sein sollte als ein Event, das vielleicht einen Tag dauert.“

So wählte Weil, der unter anderem als Erlebnispädagoge und Fitnesstrainer arbeitet, den „Schicksalsfluss der Deutschen, wie mir eine Klientin es noch einmal vor Augen führte, als ich ihr von der Idee berichtete“. Das griffige Vorhaben soll für Aufmerksamkeit sorgen und vor allem Geld einbringen „für drei Herzensangelegenheiten“.

Musik und Infos von unterwegs in Social Media

Die Frage nach dem „Warum“ beantwortet Weil ohne großes Überlegen: „Weil ich es kann. Und weil es nicht an Gründen mangelt, um sich zu engagieren.“ Der Lauf-Spezialist zählt auf: „Ein Verein in Erpel am Rhein pflegt mit viel Hingabe den faszinierenden Kultur- und Naturstätte Erpeler Ley und kann Unterstützung gut gebrauchen. Am Godesberger Nicolaus-Cusanus-Gymnasium mit seinem hohen Migrationsanteil in der Schülerschaft gelingt es einer Lehrerin, Projekte für Körper, Geist und Seele zu ermöglichen. Das verdient mehr Möglichkeiten.“

Und dann sei da noch der „dickste Brocken“, die Folgen der Flut im Ahrtal, die Weil mit dem Erlös etwas mildern möchte. „Ich habe wie so viele Leute versucht, selbst zu helfen. Das war eine aufreibende, aber auch sehr intensive Erfahrung. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass nach wie vor jede Hilfe benötigt wird, ob körperlich, materiell oder finanziell.“ Für Abwechslung bei der Werbung um Aufmerksamkeiten für die guten Sachen will er mit Musik sorgen: „Ich werde eigene Stücke mit Bezug zu meinen Begleitungen und zur Umgebung singen und sie online präsentieren.“ Ganz seiner Leidenschaft entsprechend, hat er seinen Lauf „Rock’n’Rhine till Rotterdam“ genannt.

Vor, während und nach dem Lauf liefert Weil auf diversen Social-Media-Kanälen aktuelle Einblicke in sein Abenteuer, dort sind auch die Spendeninformationen hinterlegt. Bei der Passage des Rheins auf heimatlicher Höhe am 14. Juli hofft der Dauerläufer auf besonders viele Begleiterinnen und Begleiter. Auf dieser Etappe werden ihn – Stand jetzt – unter anderem Telekom-Vorstand Srini Gopalan begleiten. „Wir kennen uns und treffen uns ohnehin immer wieder zum Laufen, da ist er der ideale Kandidat“. Dauerhaft an Weils Seite wird während der 16 Tage sein 15-jähriger Sohn sein: „Er ist mein Unterstützer und Versorger“.