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Freifunk für Bürger: Godesberger planen freies WLAN für die Innenstadt

Freifunk für Bürger : Godesberger planen freies WLAN für die Innenstadt

Eine Initiative um Axel Bergfeld und Thomas Winter möchte ein durchgängiges Freifunknetz in der Alten Bahnhofstraße realisieren.

Was freies WLAN in der Innenstadt angeht, hat Bonn – anders als viele andere Städte – Nachholbedarf. Zahlreiche (politische) Vorstöße, daran etwas zu ändern, verliefen in der Vergangenheit im Sande.

Zumindest in Bad Godesberg könnte sich das schon bald ändern. Die Initiative „Freies WLAN Alte Bahnhofstraße“ um Axel Bergfeld und Thomas Winter ist aktiv geworden. Und möchte bis Ende Mai zwischen Rheinallee und Koblenzer Straße (und darüber hinaus) ein durchgängiges und flächendeckendes Freifunknetz realisieren. Damit das funktioniert, müssen zehn Geschäfte und Restaurants mitmachen, schätzt Winter. Sechs sind bereits an Bord, weitere sollen folgen. Und das, falls gewünscht, auch jenseits der Alten Bahnhof­straße, so Bergfeld, der das WLAN seines Biomarktes am Mittwoch freigegeben hat. Für Interessenten gibt es in der kommenden Woche individuelle Beratungsgespräche, Terminabsprache nach einer Mail an freifunkaltebahnhofstrasse@bergfelds.de.

Wer mitmachen will, braucht einen Router

Wer mitmachen möchte, benötigt einen Router, so Winter, der der Freifunkinitiative Köln, Bonn und Umgebung (KBU) angehört. Die Anschaffung schlägt mit einem Betrag zwischen 50 und 80 Euro zu Buche. Dazu kommen rund 100 Euro für die Installation, weitere Kosten fallen nicht an. „Ein Missbrauch des eigenen Routers oder des betriebseigenen Netzwerks ist ausgeschlossen“, betont Bergfeld. Denn das Freifunknetz läuft nicht über die eigene, sondern über die IP-Adresse des KBU-Rechners.

Die Idee entstand schon vor längerer Zeit, konkret wurde es zu Beginn der Corona-Krise. Vier Wochen lang seien zahlreiche Einzelhändler zur Untätigkeit verdammt gewesen, beschreibt Bergfeld. Da habe man mit dem Gemeinschaftprojekt einen positiven Zukunftsimpuls geben wollen.

Einen ähnlichen Vorstoß gab es bereits im November. Damals hatte sich Bezirksbürgermeister Christoph Jansen zum Ziel gesetzt, ein freies WLAN in der City zu etablieren. Wirklichkeit geworden ist es bislang noch nicht. Ein Grund dafür ist die Corona-Krise, so Jansen. Mitte April sollte ein Gespräch mit den Einzelhändlern stattfinden, das auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Das gilt auch für die Ausschreibung für das EU-Programm „Wifi4EU“. Eigentlich sollte der sogenannte Call Mitte März stattfinden. Doch auch in diesem Fall machte die Pandemie dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Der nächste Termin, so Jansen, steht noch nicht fest.

Bezirksbürgermeister Christoph Jansen plant ähnlichen Vorstoß

15.000 Euro verspricht sich der Bezirksbürgermeister aus dem Fördertopf, mit dem Geld sollen – falls Godesberg ausgewählt wird – Router angeschafft werden. Ursprünglich habe er auch mit dem Freifunk geliebäugelt, mit der Idee, dass jeder einen Teil seiner Routerkapazitäten zur Verfügung stellt. Dann aber habe er sich überlegt, dass es nachhaltiger sei, die Systeme zu trennen. „Darauf aufbauend könnten sich die Geschäftsleute dann an den laufenden Kosten beteiligen“, so Jansen.

Und was ist mit dem Projekt der Initiative? Wenn beide liefen, „müsste es technisch möglich sein, sie zusammenzuschalten“, meint der Bezirksbürgermeister. Ob es soweit kommt, scheint zumindest derzeit noch fraglich. „Freifunk ist nicht-kommerziell, frei und unbegrenzt“, stellt Winter fest. „Das ist ein komplett anderer Ansatz als beim Bezirksbürgermeister.“