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Modell-UN: Godesberger Schüler machen große Politik

Modell-UN : Godesberger Schüler machen große Politik

Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums nahmen an einer internationaler Modell-UN in Den Haag teil. Sie vertraten einen Staat, der den Bonnern noch stark in Erinnerung ist.

Sich einmal wie ein richtiger Politiker fühlen und an einer großen Konferenz der Vereinten Nationen (UN) teilnehmen. Dieser Wunsch ging für zwölf Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Erfüllung. In Den Haag durften sie im Januar beim 50. Model United Nations (MUN) teilnehmen und den Inselstaat Fiji vertreten, der im vergangenen November Ausrichter der Weltklimakonferenz in Bonn gewesen war. Am Donnerstag wurden sie für ihr dortiges Engagement mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Beim MUN schlüpften die Godesberger in die ihnen zugeteilten Rollen und nahmen für fünf Tage einen Platz in der UN ein. Mit dabei waren Sofia Teixeira Gonçalves als Botschafterin sowie Moritz Luckner, Parasuthnan Paskaran, Jens Nielsen und Otis Henkel als Mitglieder der Generalversammlung. Daniel Kolmer und Marta Kitanovic übernahmen die Rolle als der Teilnehmer einer Bildungskonferenz. Annaize Mushinzimana und Fran Kunstek vertraten ihr Land in der Menschenrechtskommission. Noah Schreiter und Ragnar Wilczek waren die Vertreter der Umweltkommission und Nikita Nielsen die Vertreterin der Kommission für nachhaltige Entwicklung. Begleitet und betreut wurden sie durch Athanasia Schrogl als MUN-Direktorin und Nele Müller als Begleitung.

Thema in diesem Jahr war „Building Civil Society Through Education“. Die Veranstaltung diente dazu, Schüler aus allen Teilen der Welt zusammen zu bringen und ein Verständnis für die Probleme und Situationen anderer Kulturen und Völker zu entwickeln. Auf das MUN bereiteten sich die Jugendlichen ein halbes Jahr lang teils selbstständig und teils in einer AG vor.

Mit dem Zug ging es schließlich nach Den Haag. Dort standen Politik und die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen im Vordergrund, aber auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Dass die Veranstaltung aber durchaus ernst genommen werden sollte, wurde spätestens durch den Dresscode klar. Formelle Kleidung war Pflicht. Reden durften nur gehalten werden, wenn die jungen Männer beispielsweise ein Jackett trugen. „Die Kleidung hat uns geholfen, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen.“, sagte Ragnar. Und Fran ergänzte: „Man ist nicht mehr nur ein Schüler, sondern ein Abgesandter.“

Jeder der zwölf Jugendlichen befand sich in einer anderen Kommission, gemeinsam mit 100 bis 300 weiteren Teilnehmern. Durch die vielen verschiedenen Herkunftsländer waren sie gezwungen, sich mit anderen auf Englisch auszutauschen. Alle nahmen ihre Rollen sehr ernst. Jeder versuchte sein Land bestmöglich zu vertreten und die eigenen Interessen hervor zu heben – und das nicht nur in der Theorie. Die im MUN verabschiedeten Resolutionen werden der „richtigen“ UN vorgelegt und können somit sogar einen echten Einfluss auf die Politik haben.

MUNs finden weltweit statt, das in Den Haag ist jedoch das Größte der Welt. 3000 Jugendliche kamen dort zusammen. Das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium nimmt seit 1993 an dem MUN teil. Bereits im Jahr 1999 vertraten sie dort das Land Fiji.