Neues Projekt in Bad Godesberg Grundschüler pflanzen Kartoffeln und Möhren

Bad Godesberg · In der Friesdorfer Bodelschwinghschule ist das Projekt „Gemüseacker“ angelaufen. Auch an die Bewässerung zu Ferienzeiten ist schon gedacht.

Im Einsatz zur Gestaltung des Schul-Gemüsegartens: Mitarbeiter der Bodelschwinghschule, Eltern und Kinder.

Im Einsatz zur Gestaltung des Schul-Gemüsegartens: Mitarbeiter der Bodelschwinghschule, Eltern und Kinder.

Foto: Alfred Schmelzeisen

Der Anfang ist gemacht: Am Wochenende nahmen Groß und Klein an der Bodelschwinghschule Spaten, Hacken und Schippen in die Hand, um auf dem Gelände erste Gemüsebeete anzulegen. Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule sorgten dafür, dass die Schüler selbst demnächst Kartoffeln, Möhren, Kürbis, Gurken und Salat anbauen und ernten können. „Das Projekt setzen wir in Zusammenarbeit mit dem Verein Acker um. Die Realisierung wird durch eine großzügige Förderung des Bonner Spendenparlamentes ermöglicht“, berichtet Jana Kovac, die als sozialpädagogische Fachkraft an der Friesdorfer Grundschule arbeitet.

Das Spendenparlament hat für Workshops und Materialien 4505 Euro zur Verfügung gestellt. „Mit dem Betrag können wir auch Wasser speichern. So wird es möglich, die Bewässerung des Ackers auch während der Ferienzeiten zu gewährleisten“, sagt Kovac. Die Bodelschwinghschule sei als zertifizierte Naturparkschule schon lange im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aktiv, so die Sozialpädagogin und zählt Kooperationen mit umliegenden Naturparkzentren, Erkundungstouren im Wald und das Projekt „Grünes Klassenzimmer“, also Unterricht im Schulgarten, auf. Hinzu komme, dass man seit Jahrzehnten inklusiv Kinder mit Unterstützungsbedarf im kognitiven, sprachlichen, emotionalen oder sozialen Bereich unterrichte. „Aber auch der kompletten Schülerschaft kann mit dem Projekt ein Ausgleich zum kognitiv fordernden Schulalltag geboten werden“, betont Kovac.

Der knapp 50 Quadratmeter große Schulacker mit zwei Hochbeeten entsteht auf einer bislang selten genutzten Wiesenfläche neben dem „Grünen Klassenzimmer“. „Ziel ist es, die Fläche im Verlauf der Zeit weiter zu vergrößern“, sagt die Sozialpädagogin. Zurzeit organisiere man zusammen mit dem Förderverein die Pflanztermine, die Ackergeräte und eine überdachte Sitzgruppe. Daneben werde mit den Kindern der neu gegründeten Acker-AG das zukünftige Feld abgesteckt. „Die Kinder haben auch schon beim Entfernen des Grases auf der Wiese vorgearbeitet“, so Kovac. Workshops, Pflanz- und dann Nachsaattermine werden sich anschließen.

Neben den „Klassikern“ wie Kartoffeln und Möhren pflanzen die Kindern an drei Terminen auch unbekanntere Gemüsesorten wie Palmkohl, Mangold oder Mairüben, insgesamt sollen es rund 30 Gemüsesorten werden. Beim Planen der Bepflanzung und beim Festlegen der Zeiträume für das Säen verlasse man sich auf die Experten des Vereins Acker. „Bei der Kooperation geht es vor allem darum, Wissen zu vermitteln, damit die Schule in drei bis vier Jahren das Ackerprojekt selbstständig fortführen kann.“ Die praktische Arbeit vor Ort werde aber von der gesamten Schulgemeinschaft, also auch den Kindern jeder Klassenstufe, geleistet. Schwerpunktmäßig sollen Themen rund um Gemüseanbau, Pflanzenwachstum, Ernte und Verarbeitung im Sachunterricht verankert werden. „Insgesamt ist es also ein großes Zusammenspiel vieler Menschen,“ so Kovac.

Es habe schon zahlreiche positive Reaktionen gegeben. „Sticht man mal mit dem Spaten in den Boden, tut sich eine neue, kleine Welt auf, die gerade die Kinder fasziniert betrachten.“ Erfreuliches Feedback aus der Nachbarschaft sei ebenfalls hereingekommen, freut sich die Sozialpädagogin: „Zwei Nachbarinnen überlegen nach vielen Jahren der Abstinenz, mal wieder gelegentlich in die Schule zu gehen, um dabei zu helfen, den Kindern das Gärtnern nahezubringen.“

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