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Sterbebegleitung in der Region: Gudrun Müller verabschiedet sich aus der Hospizarbeit

Sterbebegleitung in der Region : Gudrun Müller verabschiedet sich aus der Hospizarbeit

In der regionalen Hospizarbeit endet eine Ära. Mit Gudrun Müller geht eine der ersten Koordinatorinnen ambulanter Hospizhilfe Ende April in den Ruhestand.

In der regionalen Hospizarbeit endet eine Ära. Mit Gudrun Müller geht eine der ersten Koordinatorinnen ambulanter Hospizhilfe Ende April in den Ruhestand. „Der Abschied ist schmerzlich, aber ich schaue mit viel Dankbarkeit zurück“, sagt die 63-jährige katholische Theologin, die nach Fortbildungen in palliativer Pflege, Hospiz- und Trauerarbeit zuerst im Kreis Ahrweiler in den Beruf einstieg. 2008 wechselte Müller zur Verstärkung an die Seite von Ines Baltes zum Hospizverein Bonn. Baltes war dort erste Koordinatorin der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Beide bildeten Jahr für Jahr neue Freiwillige aus und begleiteten seither deren Dienst bei Sterbenden in Heimen, Kliniken, dem stationären Hospiz und zu Hause.

„In den 13 Jahren, in denen Gudrun Müller bei uns tätig war, hat die Hospizarbeit neue und große Akzeptanz erfahren“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Schneemelcher. „Sie hat hier entscheidend vor allem beim Ausbau der ambulanten Sterbebegleitung und der Trauerarbeit mitgewirkt und die Arbeit geprägt.“ Ohne Müller hätte der Verein seinen erfolgreichen Weg für die Menschen im linksrheinischen Bonn und in Wachtberg, die ambulante Hospizbegleitung brauchen, nicht gehen können, sagt Schneemelcher  und dankt seiner langjährigen Koordinatorin.

Ärzte, Kliniken und Hospizbegleiter arbeiten zusammen

Anfangs seien Hospizbegleiter meist direkt von behandelnden Ärzten und Kliniken angefordert worden, erinnert sich Müller an die frühen Jahre, in denen sich die Hospizbewegung in der Region immer mehr formierte. Heute arbeite die ambulante Sterbebegleitung Ehrenamtlicher meist „in einem Boot“ mit den neu formierten hauptamtlichen Palliativspezialteams. „Dabei übernehmen wir meist die psychosoziale Begleitung und die Unterstützung für die Angehörigen“, so Müller. Aber man leiste bei Bedarf natürlich auch immer noch die Notberatung und die Vorbereitung des weiteren Weges eines Schwerstkranken.

Müller baute für den Bonner Raum auch eine Trauerarbeitsgruppe auf. Seit Jahren war ihre „Trauer-Oase“ außerhalb der Pandemie ein monatlicher Treffpunkt für Hilfesuchende, die einen geliebten Menschen verloren hatten. „Unsere Oase ist ein Ort in der Wüste, an dem trauernde Menschen einander stärken, indem sie von ihrer Hoffnung und ihrer Kraft, von ihrem Glauben und ihrer Zuversicht erzählen“, sagt Müller, die sich immer auch als Seelsorgerin sah. Und zwar auch für „Menschen, die nichts mit Religion am Hut haben“. Sie habe mit vielen Menschen Momente des Lebens in seiner wirklichen Tiefe geteilt, sagt Müller: Ängste, Hoffnungen, Grenzen, Möglichkeiten, Dunkelheit und Lichtblicke. „All das hat mich sehr bereichert.“

Aktuell arbeitet Gudrun Müller noch ihre Nachfolgerin Tina Müller ein. Die war vor ihrem Wechsel zum Hospizverein Bonn Diakonieschwester der evangelischen Thomas-Kirchengemeinde (der GA berichtete). Das Koordinatorinnenteam besteht zudem aus Ines Baltes und Mareike Hartig. Als Geschäftsführerin hat der Hospizverein, wie berichtet, Anne Bieler-Brockmann neu verpflichtet.

Ein Kontakt ist über das Internet möglich: www.hospizverein-bonn.de.