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Heiderhofer Tagungshaus: Neue Mieter gefunden

Weitere Nutzung zeichnet sich ab : Neue Mieter im Heiderhofer Tagungshaus

Das Tagungs- und Gästehaus auf dem Heiderhof, das sich im Besitz der Evangelischen Kirche im Rheinland befindet, hat einen neuen Mieter. Bereits seit Februar ist die Liegenschaft bereits vermietet.

Das Heiderhofer Tagungs- und Gästehaus, das sich im Besitz der Evangelischen Kirche im Rheinland befindet, hat einen neuen Mieter. „Ich kann inzwischen mitteilen, dass die gesamte Liegenschaft seit Februar vermietet ist, was die Unterbringung von Flüchtlingen dort nicht möglich macht“, erklärt Cornelia Breuer-Iff, stellvertretende Pressesprecherin der Landeskirche, auf GA-Anfrage.

Wie berichtet, hatten im Frühjahr Godesberger Vereinsvertreter bei der Landeskirche angefragt, ob die seit Ende 2021 leerstehenden Räumlichkeiten am Mandelbaumweg nicht für ukrainische Kriegsflüchtlinge genutzt werden könnten. Zum Mietverhältnis sagt Breuer-Iff nun: „Nach wie vor bestehen offene Fragen mit Dritten, die zunächst der Klärung bedürfen.“ Man sei weiterhin bemüht, „so zügig wie möglich gemeinsam mit der Mieterin auch offiziell zu informieren“.

Areal mit Tagungs- und Unterbringungshäusern

Nach GA-Informationen handelt es sich bei dieser „Mieterin“ um die DRK Schwesternschaft Bonn mit Sitz im Venusbergweg. Der Verein betreibt eine Akademie für Pflege, Gesundheit und Soziales in Bonn und weiteren Standorten in Köln und Euskirchen. Er organisiert den ambulanten Pflegedienst "Die Rotkreuzschwestern" und schickt seine Fachkräfte auch in Bonner Kliniken sowie Alteneinrichtungen. Für die Schwesternschaft antwortet Monika Mauel auf GA-Anfrage zur Heiderhofer Liegenschaft: „Gerne kommen wir zu gegebener Zeit wieder unaufgefordert auf Sie zu.“

Es geht um ein 5430 Quadratmeter großes Areal mit Tagungs- und Unterbringungshäusern. Es war bis Ende 2021 von seinem vormaligen Ankermieter, dem Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), und dessen Untermieter, dem Pädagogisch Theologischen Institut der Rheinischen Kirche (PTI), geräumt worden. Das Jugenddorfwerk hatte den Standort coronabedingt aufgegeben müssen. Das PTI musste folgen, damit die Evangelische Landeskirche die Immobilie auf dem Markt besser anbieten konnte, ließ sie 2021 verlauten.

Ära evangelischer Bildungsarbeit zu Ende

Damit war in dem Komplex eine Ära evangelischer Bildungsarbeit zu Ende gegangen. Das PTI hatte schon seit 1996 auf dem Heiderhof, erst in anderen Gebäuden und seit 2003 im neu errichteten Komplex am Mandelbaumweg, Fortbildungen für evangelische Religionslehrer und Erzieher aus der gesamten Landeskirche angeboten. Dazu kamen praxisnahe Kurse für Ehrenamtliche und Hauptberufliche in der Konfirmandenarbeit sowie Tagungen zu Inklusion und Schulseelsorge.

Von 2003 bis 2016 hatte vor Ort auch die Evangelische Akademie im Rheinland als Denkfabrik zu politischen und gesellschaftlichen Themen öffentlichkeitswirksam gearbeitet. Bekannte Referenten aus den Kirchen, der Politik, der Finanzwelt und der Kultur gingen am Mandelbaumweg ein und aus.

Über die Jahre luden die Akademie, das PTI und dann auch das Christliche Jugenddorfwerk im lichten, großen Foyer zu hochkarätigen Kunstausstellungen ein. Gemäß entsprechenden Sparbeschlüssen wurde die Akademie 2016 in ein Beueler Büro versetzt, ihre Tagungen organisiert sie seither landeskirchenweit. Das PTI zog nach Wuppertal um. Das Christliche Jugenddorfwerk betreibt in Bonn weiterhin seinen Standort in Bonn-Castell.