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Freibad Rüngsdorf: Heiße Tage, aber draußen Schwimmen nicht möglich

Freibad Rüngsdorf : Heiße Tage, aber draußen Schwimmen nicht möglich

Das Wochenende ist da, die Sonne scheint, und die Temperaturen steigen. Eigentlich perfekte Voraussetzungen für zwei Freibad-Tage. Die Bad Godesberger, die ihre freien Zeit so verbringen wollen, müssen allerdings den Stadtbezirk verlassen: Das „Friesi“ ist seit einigen Tagen geschlossen. Und im Panoramabad Rüngsdorf, das wegen des guten Wetters noch einige Tage länger geöffnet blieb, hatten Schwimmer gestern das letzte Mal die Möglichkeit, ihre Runden zu drehen.

Lediglich das Hardtbergbad und das Melbbad, das ursprünglich ebenfalls gestern geschlossen werden sollte, bleiben noch einige Tage geöffnet. Seit dem 27. August sind zudem die Hallenbäder offen. „Im Melbbad wird weniger Personal gebraucht“, erklärte Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt. Hinzu komme, dass der Betrieb des Bonner Freibads preiswerter sei, weil die Technik neuer ist. Es werde weniger Wasser verbraucht, außerdem sei die Beheizung günstiger. Das heißt, dass es zu teuer wäre, das Rüngsdorfer Bad länger offen zu lassen.

Sie hätten sich dafür eingesetzt, dass das Bad noch während der schönen Tage geöffnet bleibt, sagte Heinz Karsten Abresch, Vorsitzender des Fördervereins Panoramabad. Die Personalprobleme und die hohen Kosten, um das in der Nacht abgekühlte Wasser wieder aufzuheizen, seien aber Argumente, gegen die man nichts machen könne. „Wir müssen einfach versuchen, bessere Anlagen in das Schwimmbad zu bekommen“, so Abresch. Außerdem habe es ja einen kleinen Fortschritt gegeben: „Im vergangenen Jahr war das Freibad schon Ende August zu.“

„Ich habe Verständnis dafür, dass die Hallenbäder für Schulen geöffnet werden und dafür Personal zur Verfügung stehen muss“, sagte Elke Volckmar. Dass allerdings Freitag der letzte Badetag im Rüngsi war, sorgte bei ihr für Kopfschütteln. „Samstags und sonntags ist keine Schule.“ Außerdem sei dem Bürger nicht zu erklären, warum das eine Bad den Vorzug bekommen hat. Kosten könnten für zwei Tage kein Argument sein. „Man muss ja auch nicht alle Becken öffnen.“

„Es wäre besser, das Bad noch aufzulassen. Da müsste die Stadt flexibler sein“, meinte Helga Müller. Dass das Wetter gut werden würde, wisse man bereits seit einigen Tagen. Am besten sei es, man würde die Bäder generell länger auflassen, schlug Hannelore Gemba vor. „Dieses dauernde Verlängern bringt nichts. Da hat man im Kopf, dass geschlossen ist und kommt nicht mehr.“ Das Melbbad sei zu weit weg. „Ich gehe als Ersatz an den Rhein. Aber schwimmen kann ich da nicht“, sagte sie bedauernd. Auch die Kinder waren nicht begeistert: „Ich fänd's besser, wenn ich länger kommen könnte“, sagte Joshua (9). Es wäre schön, wenn das Rüngsi noch aufbliebe, „und zwar das ganze Wochenende“, fand Konrad (10).

Besucherzahlen:
Insgesamt kamen dieses Jahr 349.104 Schwimmer in die Bonner Bäder, 69.817 davon ins Panoramabad. Im September waren es 1011. Das "Friesi" zählte 27.764 Besucher, in den ersten beiden Septembertagen kamen 293. Zum Vergleich: Im Melbbad kamen in diesem Monat bisher 1267 Bürger, insgesamt waren es 60.424.