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Offenes Ohr für Anliegen der Bürger: Herzenssprechstunden in Bad Godesberg werden fortgesetzt

Offenes Ohr für Anliegen der Bürger : Herzenssprechstunden in Bad Godesberg werden fortgesetzt

Bisher nutzen viele Menschen das Angebot und äußern Kritik und Wünsche. „Jeder Stadtteil hat seine eigene Entstehungsgeschichte, seine eigene Struktur und seine eigenen Probleme“, erklärt die Moderatorin Hagenberg-Miliu.

Ein offenes Angebot, in dem nur die Bürger bestimmen, welche Probleme ihres Quartiers besprochen werden und was ihnen am Herzen liegt. Das ist es, was die regelmäßig von Ebba Hagenberg-Miliu moderierte Herzenssprechstunde des Generationennetzwerks in den verschiedenen Stadtteilen Bad Godesberg bietet.

Bei den Treffen finden Bürger Ansprechpartner, Unterstützung bei Problemlösungen und die Möglichkeit, sich zu vernetzen, um selbst Initiative zu ergreifen. Auch vor längeren Lösungswegen schrecke niemand zurück, so Hagenberg-Miliu.

„Jeder Stadtteil hat seine eigene Entstehungsgeschichte, seine eigene Struktur und seine eigenen Probleme“, erklärte die Moderatorin. Das sei der Grund, warum nicht alle Bürger Bad Godesbergs zu einer großen Veranstaltung eingeladen werden. Deshalb bietet das Generationennetzwerk Bad Godesberg in diesem Jahr erneut an sieben verschiedenen Veranstaltungsorten die Möglichkeit zum engen Dialog im kleineren Kreis.

Daran nehmen Mitglieder des Netzwerks, Lokalpolitiker sowie Vertreter der Stadtwerke, der Kirchen, der Vereine, der Polizei und der Verwaltung teilnehmen. „Einige Probleme der Bürger konnten auf diese Weise gleich an die richtige Stelle verwiesen und gelöst werden“, sagte Hagenberg-Miliu. Auch Netzwerke mit gemeinsamen Zielen innerhalb der Bürgerschaft haben sich im Rahmen der Herzenssprechstunde schon gebildet.

Ein Beispiel dafür seien die beiden Bürgerinnen, die sich für die Beseitigung eines Schrott- und Müllproblems in Friesdorf engagiert hatten. „Die beiden Frauen haben sich zusammengesetzt und einen Brief an die Stadt und die Ordnungsbehörde geschrieben, in dem sie die Zustände skizziert haben“, sagte Anni Merzbach vom Nachbarschaftszentrum Friesdorf. Nicht locker gelassen hätten die beiden, bis der widerrechtlich abgestellte Schrott und Müll beseitigt wurde.

In der Herzenssprechstunde haben viele Senioren überfüllte Busse oder deren Ausfall beklagt. Besonders die Linie 612 sei betroffen. Foto: Petra Reuter

Ein Beispiel für „ein dickeres Brett, das gebohrt werden muss“, sei das Thema Lyngsberg-Stadion, so Hagenberg-Miliu. Hier haben Bürger ihren Bedarf klar geäußert, es müssen aber von Seiten der Planer und der Politik Abwägungen und Entscheidungen in den politischen Gremien getroffen werden, damit die Eltern nicht weiterhin ihre Kinder zum Training ins benachbarte Wachtberg fahren müssen.

Im vergangenen Jahr waren in den historisch gewachsenen Teilen Bad Godesbergs wie Muffendorf, Friesdorf und Plittersdorf unter anderem das hohe Verkehrsaufkommen und die teilweise riskanten Fahrstile einiger Autofahrer in den engen Straßen mit den Vertretern der Polizei besprochen worden. In den durch den Zuzug von Regierungsbeamten in den 60er Jahren stark und schnell gewachsenen Stadtteilen fehle es dagegen an Treffpunkten wie einer Ortsmitte mit Aufenthaltsqualität, berichtete Frank Wilbertz vom Quartiersmanagement Pennenfeld von den Wünschen der Bürger.

Die Busverbindungen in verschiedenen Quartieren wurden ebenfalls moniert. Die Teilnehmer hatten ihren Unmut vorgebracht und die Anliegen gelangten an die zuständigen Stellen. „Im letzten Jahr sind oft Busse ausgefallen“, berichtete Marisa Esposito. Infolgedessen hatten Senioren oft 40 Minuten auf den folgenden Bus warten müssen. Im Pennenfeld wünschten sich die Bürger mehr Busse oder Gelenkbusse, weil die Fahrzeuge nach Schluss an sechs Schulen voll seien, sagte Wilbertz. Besonders bei der Linie 612 ziehe sich das Problem von Mehlem bis Friesdorf.

In der Innenstadt seien die Themen Schwimmbad, Kurfürstenzeile teilweise kontrovers diskutiert worden, berichtete Cornelia Nicolaus.