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Zehn Jahre Bürgerkrieg: Hilfe für Syrien kommt aus Bad Godesberg

Zehn Jahre Bürgerkrieg : Hilfe für Syrien kommt aus Bad Godesberg

Zum zehnten Jahrestag des syrischen Bürgerkriegs am 15. März macht die Welthungerhilfe erneut auf das große Leid der Menschen aufmerksam. Mehr als Zwölf Millionen Syrer hungern. Die Godesberger Organisation hat eigene Projekte vor Ort.

Zehn Jahre Gewalt, Leid, Trauer – und ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien ist nicht in Sicht. Das Land leidet unter der bislang schlimmsten Hungerkrise; mehr als zwölf Millionen Menschen – fast 60 Prozent der Bevölkerung – haben nicht genügend zu essen. Die jüngste Militäroffensive des syrischen Regimes hat eine Million Menschen innerhalb des Landes vertrieben. Viele Flüchtlingscamps sind völlig überfüllt.

Das Bild, das die Deutsche Welthungerhilfe mit Sitz in Bad Godesberg, zum zehnten Jahrestag der Auseinandersetzungen von der Lage in Syrien zeichnet, ist mehr als dramatisch. Wie viele andere Organisationen leistet sie vor Ort Nothilfe. Der 15. März 2011 gilt als Beginn des Konflikts, ausgelöst durch friedliche Proteste gegen das autoritäre Regime von Präsident Baschar al-Assad im Zuge des Arabischen Frühlings.

Gekämpft wird derzeit hauptsächlich in der Region Idlib

In der Folge kam es zu einer wachsenden Einflussnahme der Muslimbrüder, anderer radikal-sunnitischer Gruppierungen und ausländischer Interessenvertreter. Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen, Oppositionsgruppen und islamistischen Milizen beschränken sich inzwischen hauptsächlich auf die Region Idlib im Nordwesten Syriens. Im Rest des Landes regiert der Präsident mit harter Hand.

Für die Welthungerhilfe verfolgt Jessica Kühnle das Geschehen als Kommunikationsbeauftragte für Syrien, Türkei, Libanon und Irak. Seit Herbst 2018 operiert die 33-Jährige vom türkischen Gaziantep aus. „Seit 2020 hat die Welthungerhilfe zwei Projektbüros im Norden der syrischen Provinz Aleppo (A‘zaz und Afrin), um so effektiver binnenvertriebene Syrer sowie die aufnehmenden Gemeinden zu unterstützen“, so Kühnle.

Welthungerhilfe stellt Land für Gemüseanbau

Zu all dem Elend, wie Flucht, Hunger, Krankheiten, Arbeitslosigkeit und Hyperinflation kämen nun die Folgen von Corona hinzu. „Fast 90 Prozent der Bevölkerung sind unter die Armutsgrenze gerutscht“, sagt Kühnle. Die Preise für Lebensmittel, Heizöl und Güter des täglichen Bedarfs hätten sich verdoppelt. Weshalb sie hofft, dass die großen Geberländer ihre Unterstützung nicht zurückfahren. Ihre Organisation pachtet unter anderem Felder in der Nähe der Camps, auf denen Flüchtlingsfamilien ihr eigenes Gemüse anbauen und Überschuss verkaufen können.