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Saatgut- und Pflanzentauschbörse in Lannesdorf: Hobby-Gärtner tauschen Currykraut gegen Tomaten

Saatgut- und Pflanzentauschbörse in Lannesdorf : Hobby-Gärtner tauschen Currykraut gegen Tomaten

Die Tauschbörse kann mit einem Schutzkonzept stattfinden. Alte Sorten sind bei den Besuchern besonders begehrt. Spenden aus Kuchenverkauf sollen in einen schmetterlingsfreundlichen Garten investiert werden.

Bei den Besuchern  war die erste Pflanzentauschbörse des Quartiersmanagements vor fünf Jahren sehr gut angekommen, so dass diese auch wiederholt wurde: Damit im Jahr der Pandemie trotz Kontakteinschränkungen das Grün im heimischen Garten sprießen kann, organisierten Projektleiterin Ines Jonas und Silke Höfler, Mitarbeiterin des Quartiersmanagements, eine Open-Air-Börse mit Terminvergabe.

Viele Interessenten sind nach Lannesdorf gekommen

„Knapp 20 Interessierte haben sich angemeldet“, erzählte Höfler. Zusammen mit jenen, die an der Straße stehen blieben und sich vom zarten Grün in den Töpfen oder interessanten Namen auf den Samentütchen inspirieren ließen, dürften es etliche mehr gewesen sein, sagte sie. Gaelle Gautier war einer Flyer-Einladung gefolgt und fand es gut, dass die Börse trotz der Pandemie stattfand. Sie hatte für ihren Garten und den Balkon eine Datteltomatenpflanze, Currykraut und Samen für Winterrettich entdeckt.

Während der Pandemie wird mit dem Garten bewusster umgegangen

Heike Schmidt suchte gezielt nach schönen Sorten zum Experimentieren zum Selbstanbau, „die man nicht überall bekommt. Vielleicht auch alte Sorten.“ Zuerst stöberte sie in einer Kiste mit Setzlingen verschiedener Tomatensorten, Ziertabak , Efeu und Erdbeerpflänzchen. Aufgewachsen mit dem Gärtnern, lebt sie seit rund drei Jahren mit kleinem Garten im Pennenfeld. Bisher wachsen dort Erdbeeren und Himbeeren, die nun Gesellschaft von zwei Kürbispflanzen aus der Tauschkiste bekommen. Für sie hatte sich im Laufe der Pandemie das Verhältnis zum Garten und seinen Gewächsen verändert, sagte sie. „Man geht mit vielen Dingen bewusster um, sieht Dinge mit anderen Augen, plant anders“, beschrieb Schmidt.

Austauschmöglichkeiten fehlen den Hobby-Gärtnern

Den Eindruck, dass die Pandemie ebendiese Wirkung in der breiten Bevölkerung hat, teilte Jonas. „Die Leute kaufen in den Gartencentern die Angebote leer“, sagte die Projektleiterin. Als sie Pflanzen erstehen wollte, hatte sie vor einem leeren Regal gestanden. Weil sich so viele Menschen stärker ihrem Garten zuwenden, bedauerte sie die fehlenden Austauschmöglichkeiten wegen der Kontakteinschränkungen. Nicht ganz perfekt war  das Plakat für die Tauschbörse geraten. Es kündete anstatt von der tatsächlich fünften Pflanzenbörse von der siebten. Jonas und Höfer nahmen den Irrtum gelassen: „Das macht nichts. Hauptsache, es kann überhaupt stattfinden“, fand Jonas.  

„Im Gries“ soll ein besonderer Garten entstehen

In einer kleinen Kiste hatten die engagierten Frauen neben dem Karton mit Saatgut für Akelei, Rucola, Stockrose und Ringelblume das diesjährige Kuchenbuffet coronagerecht gestaltet. Hygienisch einzeln verpackt gaben sie gegen kleine Spenden Quinoa- und Buchweizengebäck ab. „Die Spendengelder verwenden wir voraussichtlich für den Garten nebenan“, sagte Jonas. Im unweit gelegenen Quartier „Im Gries“ planen die aktiven Frauen einen schmetterlingsfreundlichen Garten mit verschiedenen Wildblumen.

Quartiersmanagement informiert im Internet

Das städtisch unterstützte Quartiersmanagement der evangelischen Frauenhilfe bietet Interessierten normalerweise verschiedene Arbeitsgruppen, Beratung, Kurse und Begegnungsveranstaltungen. Neben vielen Informationen, unter anderem zum aktuellen Stadtteil-Spiel „Typisch Lannesdorf und Mehlem“ finden die Menschen in der anhaltenden Pandemie auf der Homepage unter www.quartier-lannesdorf-obermehlem.de Informationen zu Nachbarschaftshilfe in Corona-Zeiten.