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Friedrich-List-Berufskolleg: Hoffen auf die Nominierung für die besten Schulen Deutschlands

Friedrich-List-Berufskolleg : Hoffen auf die Nominierung für die besten Schulen Deutschlands

Welche Schulen sind die besten Deutschlands? Die Antwort auf diese Frage gibt es am 3. Juni. Dann übergibt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin den Deutschen Schulpreis 2013, den die Robert Bosch Stiftung mit der Heidehof Stiftung verleiht. Es könnte sein, dass das Friedrich-List-Berufskolleg unter den Preisträgern ist. Unter die Top 20 hat es die Schule an der Plittersdorfer Straße schon geschafft.

Mehr als 1000 Schulen haben sich seit 2006 für den Schulpreis beworben, jährlich seien es durchschnittlich 120, sagte Andrea Preußker, Projektleiterin bei der Robert Bosch Stiftung.

Sie war mit vier weiteren Jurykollegen zwei Tage lang im Friedrich-List-Berufskolleg unterwegs, sprach mit Schulleitung, Lehrern, Schülern, Kooperationspartnern und Eltern, besuchte den Unterricht und machte sich ein umfassendes Bild vor Ort.

Der erste Impuls, sich für den Schulpreis zu bewerben, wurde im März 2012 beim jährlichen Schulleiterkongress in Düsseldorf gegeben, erinnerte sich Stephanie Pudenz, stellvertretende Leiterin des List-Kollegs.

Als dann im Sommer zwei Kollegen auf sie zukamen und vorschlugen mitzumachen, fiel die Entscheidung. Sofort waren alle mit Begeisterung dabei. "Als wir die Unterlagen zusammengestellt haben, ist uns erst aufgefallen, wie viel wir eigentlich machen", sagte Schulleiter Hermann Hohn.

Die angeforderten zehn Bewerbungsseiten waren schnell gefüllt - und wuchsen auf 16 an. Doch das war noch nicht alles: "Man hat richtig gemerkt, wie ein Ruck durch das Kollegium ging.

Alle haben sich auf die Jury gefreut, Lehrer wie Schüler", sagte Hohn am Donnerstag über den Besuch des fünfköpfigen Teams. Die Gespräche und Besuche seien sehr angenehm, Klassen, in denen die Jury nicht vorbeikam, enttäuscht gewesen. Eins sei auf jeden Fall klar: "Jetzt sind wir soweit, jetzt wollen wir auch weiter."

Ob das List-Berufskolleg zu den 15 Nominierten gehören wird, die zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen werden, wird sich zeigen. Die ersten Eindrücke der Jury waren auf jeden Fall positiv.

"Es hat sich ein Alleinstellungsmerkmal herausgestellt", sagte Gotthilf Hiller. Das Kolleg habe es geschafft, Wege für Grundschüler ohne Gymnasialempfehlung aufzuzeigen. "Viele denken dann ja, dass die Welt zu Ende ist." Hier werde gezeigt, wie viele andere Möglichkeiten es gibt, erfolgreich zu sein.

Hinzu komme die Intensität, mit der Schüler betreut würden, "die erst in Deutschland ankommen müssen", so zum Beispiel im internationalen Vorbereitungskurs. Überhaupt sei es "beeindruckend, was im Unterricht geboten wurde, wie Kompetenzen erkannt und gefördert werden". In Gesprächen mit den Schülern habe sich gezeigt, dass sie sich aufgehoben fühlen, dass sich um sie gekümmert wird - nach Wunsch bis ins Privatleben hinein.

Das gelte auch bei der Planung individueller Karrieren, ergänzte Olaf Köller. Auch wenn man den falschen Bildungsweg gewählt habe, gebe es die Möglichkeit, zeitnah in einen anderen zu wechseln. "Die Schüler fühlen sich gerecht behandelt", sagte Monika Buhl. Was daran liege, dass sie von mehreren Lehrern gemeinsam beurteilt würden.

Wer sich ein Bild vom List-Berufskolleg, Plittersdorfer Straße 48, machen möchte, kann an diesem Samstag zwischen 9 und 13 Uhr beim Infotag vorbeischauen.

Der Deutsche Schulpreis:
Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 jährlich vergeben. Er ist mit 243.000 Euro der höchstdotierte Schulwettbewerb in Deutschland. Bewerbungen erfolgen in sechs Kriterien: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schule als lernende Institution sowie Schulklima, -leben und außerschulische Partner. In mindestens einer müssen die Schulen "exzellent" sein. Aus dem Bewerberkreis werden 20 Schulen ausgesucht, die von einer Jury besucht werden. Diese wählt die 15 Nominierten aus, die zur Preisverleihung eingeladen werden. Ziel des Schulpreises ist es unter anderem, herausragende Schulen und ihre Konzepte sichtbar zu machen und öffentlich auszuzeichnen.