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Otto-Kühne-Park in Rüngsdorf: Im Oktober sollen die ersten Gebäude bezugsfertig sein

Otto-Kühne-Park in Rüngsdorf : Im Oktober sollen die ersten Gebäude bezugsfertig sein

Das "dezente Beige", wie Christian Kühne die Fassadenfarbe nennt, beschreibt die zwei Neubauten im ehemaligen Rektoratsgarten der Otto-Kühne-Schule am besten.

Sie sollen sich mit ihrem Stil an die umliegenden Villen des 19. Jahrhunderts anlehnen und eher zurückhaltend sein. Im Oktober ist die Fertigstellung des Wohnkomplexes, zu dem acht Eigentumswohnungen und zwei Doppelhaushälften gehören, geplant.

Christian Kühne und sein Bruder Klaus sind die Urenkel des Namensgebers der Otto-Kühne-Schule. Sie sind Geschäftsführer der Otto-Kühne-Schule Godesberg GmbH, die Träger des Pädagogiums ist. Die Kühnes sind Eigentümer der Grundstücke und wollen aus dem Areal gegenüber der Schule bis 2016 den "Otto-Kühne-Park" machen.

"Um das zu finanzieren, mussten wir die beiden Neubauten zum Verkauf anbieten", sagt Christian Kühne. Andernfalls hätte es für das teure Projekt keine Bankkredite gegeben.

Viel umfangreicher sind aber die Baumaßnahmen, die noch folgen. Das ehemalige Internat, das 2011 geschlossen wurde, wird für 33 Mietwohnungen komplett entkernt, weil die Aufteilung des Internats nicht mit der moderner Wohnungen übereinstimme. Es sollen auch zwei Büroeinheiten entstehen.

"Wir wollen die denkmalgeschützten Bauwerke in ihrem Urzustand wieder herrichten", so Kühne. Das sei manchmal schwierig und aufwendig, aber nicht weniger wichtig. Spätere Anbauten und Verbindungen zwischen den Häusern wurden bereits abgerissen, die alten Formen herausgearbeitet.

Ebenso pfleglich werden die geschmiedeten Geländer im Treppenhaus behandelt. Die alte Remise, die Kühnes Urgroßvater als Teehaus errichten ließ, soll renoviert werden.

"Die Gebäude stehen als Komplex unter Denkmalschutz." Um jeden Schritt verfolgen zu können, geht Kühne bis zu acht Mal am Tag aus seinem Büro in der Schule auf die Baustelle. "Das ist auch nötig, weil sich ständig Probleme auftun können", sagt er.

So habe sich beispielsweise erst beim Abriss herausgestellt, dass ein komplettes Betonfundament einer Terrasse neu gegossen werden musste. Unterhalb der Neubauten gibt es bereits eine Tiefgarage, eine weitere soll im Rektoratsgarten vor den Internatsgebäuden entstehen.

Dort, wo zur Zeit noch Wiese ist, plant Kühne das "Haus Ellipse". "Wir haben ihm den Namen gegeben, weil es sich ellipsenförmig in die alten Bäume einpasst", erzählt er. Der Bereich entlang ihrer Kronen soll nämlich nicht zerstört werden. Zum Rhein hin entsteht an der Basteistraße das "Haus Bastei".

Obwohl die Neubauten an der Fontanestraße ein Stockwerk mehr als die Nachbargebäude haben, fallen sie kaum auf, findet Kühne. "Alt und Neu teilen sich das Gesimse, auch der Sockel setzt sich durch eine andere Struktur ab." Die Form der runden Kreuzung wurde auf die Fassade übertragen, der spätere Zaun mit französischer Lilie macht diesen Knick ebenso.

Sechs der acht Wohnungen sind bereits verkauft, die Doppelhaushälften noch nicht. Im Oktober sollen sie bezugsfertig sein. Bis dahin gibt es noch einige Arbeiten im Innern, die Außenanlage wird ab sofort gestaltet. Wo jetzt die grüne Abdeckung des Tiefgaragendachs hervorschaut, kommen Wiese und Fußweg hin.

Die ehemaligen Internatsgebäude möchte Kühne ab Juni 2015 Stück für Stück vermieten. Angefangen wird bei den Häusern nahe des Rheins, dann geht es entlang der Straße Otto-Kühne-Platz.