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Bauprojekte im Stadtbezirk: In Bad Godesberg ist bezahlbarer Wohnraum rar

Bauprojekte im Stadtbezirk : In Bad Godesberg ist bezahlbarer Wohnraum rar

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Vebowag realisiert in Bad Godesberg mehrere Projekte. Besonders kleine Wohnungen sind gefragt – von ihnen bräuchte es mehr.

Man kann nicht behaupten, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft Vebowag die Hände in den Schoß legt. Vor allem in Bad Godesberg hat sich einiges getan – diverse Maßnahmen sind fertig, andere laufen oder starten voraussichtlich noch in diesem Jahr.

Im Juli 2019 begonnen, sind die Arbeiten am Vebowag-Haus an der Brunhildstraße in Mehlem mittlerweile abgeschlossen. „Das Gebäude, Baujahr 1969, verfügt nun über eine neue Fassade, eine neue Gegensprechanlage und neue Wärmedämmung“, erzählt Bauleiter Bernd Weißkirchen. Außerdem haben sich die Balkone in kleine Wintergärten verwandelt – mit einem Fenster, das zur Seite geschoben werden kann. Die Sanierung, so der Bauleiter, erfolgte im Bestand. Sprich: Kein Mieter musste sein Zuhause verlassen. „Insgesamt verfügt das Haus über 32 Zwei-Zimmer-Wohnungen, in denen hauptsächlich Senioren leben“, sagt Alina Philipps, Leiterin des Godesberger Vebowag-Kundencenters.

Zu besagten Senioren zählt auch Lydia Hörnlein. Die 92-Jährige wohnt seit 22 Jahren in der Brunhildstraße. Und ist sehr zufrieden mit dem Sanierungs-Ergebnis. „Ich bin jetzt viel mehr auf dem Balkon als vorher“, beschreibt sie. Die Arbeiten seien problemlos verlaufen und nicht störend gewesen. „Ich empfinde es eher als sehr positiv, was hier passiert ist.“

Auch an der Dietrichstraße in Godesberg-Nord ist die Vebowag aktiv: Ein Neubau mit 44 Wohnungen auf 2635 Quadratmetern ist so gut wie fertig, direkt daneben erstellt die Vebowag seit dem Frühjahr einen weiteren Ersatzneubau mit 36 geförderten Mietwohnungen.

Darüber hinaus stehen Maßnahmen an der Plittersdorfer Stein- (barrierefreier Neubau mit 31 öffentlich geförderten Einheiten) und der Saint-Cloud-Straße in Pennenfeld (Dachausbau) an. Doch das ist noch nicht alles: Auch für den Bau der Kita in der ehemaligen Amerikanischen Siedlung zeichnet die Vebowag verantwortlich. Wie berichtet, hatte die städtische Wohnungsbaugesellschaft das denkmalgeschützte Haus aus den 1950er Jahren, in dem früher der Montessori-Kindergarten untergebracht war, abgerissen und durch ein neues ersetzt. Dem hatte die Untere Denkmalbehörde nur zugestimmt, weil es im Baugebiet einen hohen Bedarf an Kindergartenplätzen gibt. Künftig werden in der Einrichtung 75 Kinder ab vier Monaten in vier Gruppen betreut.

Stadtweit investiert die Vebowag laut Vorstand Michael Kleine-Hartlage jährlich mehrere Millionen Euro in Neubauten, 2019 waren es insgesamt 26 Millionen. Hinzu kommen elf bis zwölf Millionen Euro für kleinere Maßnahmen. „Wie es 2020 werden wird, wird sich zeigen“, so Kleine-Hartlage.

Eins ist klar: „Wir bauen in überschaubaren Größenordnungen“, sagt der Vebowag-Vorstand. Kleinere Wohnungen nämlich ließen sich gut vermarkten. Aber: „Wir bräuchten definitiv mehr.“ Denn die Nachfrage nach günstigem Wohnraum bewege sich schon lange auf gleich hohem Niveau. Der Bedarf werde sogar eher steigen, so Kleine-Hartlages Prognose. Der Grund: „Die geburtenstarken Jahrgänge kommen jetzt ins Rentenalter.“ Und da die durchschnittliche Rente bei 900 Euro liege, „benötigen wir mehr geförderten Wohnraum“.

Doch nicht nur Senioren zieht es in die Vebowag-Wohnungen. Es gebe auch eine starke Nachfrage von Familien. „Für diese machen wir aber eher große Wohnungen“, so Kleine-Hartlage. 120 bis 130 Quadratmeter haben diese. Der Schwerpunkt der Vebowag aber liege auf Zwei-Zimmer-Wohnungen. Und das nicht nur wegen des demographischen Wandels, sondern auch, „weil es immer mehr Singles gibt“.