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Wegen Corona-Regelungen: In Godesberg dauert die Beethoven-Ausstellung nur einen Tag

Wegen Corona-Regelungen : In Godesberg dauert die Beethoven-Ausstellung nur einen Tag

Im Godesberger Ketlerhaus ist die Vernissage „Beethoven in Ton und Farbe“ eröffnet worden. Doch die 28 Skulpturen und 36 Bilder sind wegen der Corona-Regelungen vorerst nicht zu sehen.

Zu Allerheiligen herrschte großer Andrang im Godesberger Kelterhaus: Rund 50 Gäste kamen am Sonntagvormittag zur Eröffnung der Vernissage „Beethoven in Ton und Farbe“. Passend zum Thema stimmte Marie-Claire Junke die Gäste mit sanften Harfenklängen ein. Hauptprotagonisten waren aber die Künstlerinnen Heidi Adrian und Hila Klein, die eine Woche lang im Kelterhaus 28 Skulpturen und 36 Bilder ausstellen.

Beim Blick auf die leuchtenden Kunstwerke dürfte so mancher Wehmut verspürt haben, dürfen doch Kunstinteressierte ab Montag nicht mehr in die Vernissage. Jürgen Laue, der die Einführung hielt, bedauert die Corona-Zeiten. „Es ist wahrscheinlich die letzte Ausstellung, die wir dieses Jahr eröffnen werden“, sagte er. Irene Diederichs, die die Gäste empfing, gab Gewissheit: „Aufgrund des Lockdowns dürfen keine Gäste mehr in die Ausstellung. Das ist besonders schade, weil die beiden Künstlerinnen hier etwas Tolles auf die Beine gestellt haben. Mir gefallen die Bilder und Skulpturen sehr gut, und ich bin froh, dass wir die Ausstellung hier zeigen konnten.“

Heidi Adrian hat sich intensiv mit Beethovens Werken beschäftigt. Ihr Anliegen war es, Beethovens Musik in eine völlig andere Malerei umzusetzen. Dafür arbeitete die Künstlerin mit der Technik der Décalcomanie, also die Technik eines Farbabdrucks. „Der Farbabdruck, der von einem anderen Blatt oder einer Glasplatte kommt, stellt ein selbständiges Motiv dar“, sagt Adrian, die die Décalcomanie für die am besten geeignete Form hält, um musikalische Kompositionen in ein Bild zu verwandeln. Die Frühlingssonate, die Sturmsonate und die Waldsteinsonate sollen zum Beispiel reine Décalcomanien sein, die Adrian während des Farbabzuges zu zufälligen oder beabsichtigen Formen brachte.

Die Arie aus Fidelio: „Gott, welch Dunkel hier“ zeigt eine Drehung des Blattes. Adrian bearbeitet ihre farbintensiven Blätter auch häufig mit dem Pinsel und Tuschestiften. In einigen ihrer Bilder sind menschliche Köpfe zu entdecken. So auch im blau gehaltenen Bild „An die ferne Geliebte“, das einer Beethoven-Komposition für Gesang und Klavier nachempfunden ist.

Hila Klein sieht den Menschen als Mittelpunkt ihrer Arbeit mit dem Material Ton. So thront in der Ausstellung auch ein Beethoven aus Ton über den anderen Figuren. Die Skulptur ist einem Denkmal, das die Wiener Beethoven gewidmet haben, nachempfunden. Klein wünscht sich, dass die Besucher mit ihm und ihren anderen Figuren in Beziehung treten. „Ich möchte beim Betrachter erreichen, dass er sich in die Figuren reinversetzt“, sagt sie.

Auch soll der Betrachter die Position der Arme und die Blickrichtung der Figuren deuten. Zwischen den meist glasierten Tonarbeiten finden sich aber auch immer wieder gesellschaftspolitische Themen wieder. So auch die „Dada Definition“. Auf eine Tonplatte schrieb Klein: „Dada ist eine Reaktion auf den 1. Weltkrieg und auf die Bankrotterklärung einer Kultur, die ihn möglich machte.“