Kommentar zum Hochwasser in Bad Godesberg Initiativen ernst nehmen

Meinung · Es liegt offenbar einiges im Argen, was den Hochwasserschutz in Bad Godesberg betrifft. Viele Fragen sind nach der Überschwemmung vom 4. Juni noch ungeklärt.

Woher kam die Wucht, mit der das Wasser in die Gärten und Keller eindrang? Warum waren diesmal so viele Haushalte betroffen? Hätte die Katastrophe verhindert werden können? Die Stadtverwaltung kennt dazu bislang nur eine Antwort, die sie gebetsmühlenartig wiederholt: Das Jahrtausendunwetter sei eine Extremsituation und somit unkontrollierbar gewesen.

Sicherlich kann man der Stadt nicht vorwerfen, sie tue nichts für den Hochwasserschutz in Bad Godesberg. So werden zum Beispiel mehrere Millionen Euro für den Entlastungskanal des Mehlemer Baches investiert. Auf die Fragen der Bürger zum Godesberger Bach antwortet die Verwaltung jedoch nur unzureichend. Also bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als selbst nach Antworten zu suchen. Schließlich will sich niemand damit abfinden, eventuell wieder Wasser und Schlamm im Haus zu haben, nur weil es angeblich keinen effektiven Schutz vor „Naturkatastrophen“ gibt.

Wenn die nach Lösungen suchenden Bürger der Verwaltung nun nach ausführlicher privater Recherche ihre Ergebnisse präsentieren, darf die Reaktion jedoch nicht aus einem müden Lächeln bestehen. Es wirkt fast so, als nehme die Stadt die Vorschläge der Anwohner nicht ernst. Die Verwaltung muss jetzt schnell umdenken, um das Vertrauen der Bürger nicht komplett zu verspielen. Auch wenn nicht jeder Verbesserungsvorschlag erfolgsversprechend ist, sollte sich die Stadt mit dem jeweiligen Urheber auf eine konstruktive Diskussion einlassen. Vielleicht ist ja doch der eine oder andere sinnvolle Vorschlag dabei.

Nur wenn sich die Verwaltung den Sorgen der Bürger ernsthaft widmet, können dauerhafte Lösungen erarbeitet werden, die nicht aus nachträglichen Beileidsbekundungen, sondern aus präventiven Maßnahmen zur Verhinderung einer erneuten Katastrophe bestehen.

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