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Bad Godesberger Stadtentwicklung: Jansen befürchtet Verzögerungen bei Badsanierung

Bad Godesberger Stadtentwicklung : Jansen befürchtet Verzögerungen bei Badsanierung

Was Schwimmen in Bad Godesberg angehtm sieht Bürgermeister Christoph Jansen den bisherigen Zeitplan in Gefahr. Die SPD-Fraktion hegt allerdings keine Zweifel an Neubau des Kurfürstenbads ab 2022.

Der Bad Godesberger Bezirksbürgermeister Christoph Jansen (CDU) wittert „den nächsten Angriff“ des neuen Ratsbündnisses  auf Bad Godesberg. Jansen, der im kommenden Jahr für die Bundestagswahl kandidieren will, fordert, den Neubau des Kurfürstenbads im Stadtbezirk zeitnah anzupacken.

 „Nachdem wichtige Projekte für den Stadtbezirk Bad Godesberg im Koalitionsvertrag der neuen Koalition gar nicht erst Erwähnung gefunden haben, folgt jetzt der nächste Schlag ins Kontor für unseren Stadtbezirk: Sollte die Koalition ihr Vorhaben umsetzen, im Jahr 2023 mit der Sanierung des Frankenbades zu beginnen, bedeutet dies eine Zurückstufung des Kurfürstenbades“, schreibt er in einer Mail an die Presse.

Er weist darauf hin, dass Bezirksvertretung und Stadtrat im Sommer 2020 den Abriss des Kurfürstenbades im Jahr 2022 und den Neubau bis 2024 vorgesehen hatten. Durch den Baubeginn des Frankenbades, der damals ab 2025 und nun ab 2023 erfolgen soll, stelle er sich die Frage, wie sich dies auf die Zeitschiene und die Finanzierung auswirke. Die Koalitionäre sprächen davon, die Sanierung des Frankenbades „priorisieren“ zu wollen. Unter diesem Gesichtspunkt frage er sich, ob es bei der Planung bleibe, das Kurfürstenbad bis 2024 zu bauen. Seine CDU habe dafür gekämpft, dass das Kurfürstenbad mit oberster Priorität angepackt werde.

Jansen betont: „Bad Godesberg ist seit Jahren der einzige Stadtbezirk ohne eigenes Hallenbad. Ich werde mich mit aller Kraft gegen die Verzögerung des Neubaus des Kurfürstenbades stemmen und dafür auch die Unterstützung der CDU-Ratsfraktion mobilisieren.“ Schützenhilfe bekommt Jansen naturgemäß von der Bad Godesberer CDU: „Wir fordern Katja Dörner und die neue Ratskoalition dazu auf, den Beschluss zur Neuordnung der Bäderlandschaft einzuhalten und ohne Verzögerungen den Neubau des Kurfürstenbades umzusetzen”, erklärte deren Fraktionsvorsitzender Jens Röskens.

Uli Barth, Chef der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung, hegt dagegen keine Zweifel, dass der Neubau des Kurfürstenbads, „das nach unserer Vorstellungen keine Schmalspurversion sein darf, sondern ein Wellness- und Gesundheitsbad“, bei der Koalition auf der Prioritätenliste weiterhin oben steht.  Die in der Vereinbarung betonte Priorisierung für das Frankenbad gelte für den Stadtbezirk Bonn und nicht für Godesberg.

Zudem teilte er seine Verwunderung mit, dass Jansen sich mittlerweile so für das Kurfürstenbad einsetzt. „Bis 2018 haben sich CDU und Herr Jansen noch für ein neues Bad in Dottendorf eingesetzt. Ich freue mich aber, dass es bei ihm offenbar zu einem Umdenken gekommen ist.“ Bekanntlich hatte die alte Jamaika-Koalition die Schließung von Kurfürstenbad und Frankenbad und den Badneubau im Wasserland beschlossen. Ein erfolgreicher Bürgerentscheid bereitete diesen Plänen ein jähes Ende.

Tobias Haßdenteufel von den Linken sprach angesichts Jansens Einlassungen von Wahlkampfgetöse: Die von ihm kritisierte Priorisierung des Frankenbads gelte ausdrücklich für den Bonner Stadtbezirk. Für das neue Kurfürstenbad in Bad Godesberg ändere sich dadurch in der geplanten Zeitschiene also offensichtlich nichts.

Stattdessen hatte der Rat im vergangenen Sommer ein neues Bäderkonzept beschlossen, das auch auf einem Bürgergutachten beruhte. Die Zeitplanung der daraus erwachsenden umfassenden Sanierungspläne der Verwaltung steht noch nicht. Wie Markus Schmitz aus dem Presseamt auf GA-Anfrage mitteilte, sollte die Sanierung des Hardtbergbads eigentlich bereits im vergangenen September begonnen haben.

Mit dem Ratsbeschluss im Sommer habe die Politik die Verwaltung aber beauftragt, die Einzelplanungen nunmehr zu einer gemeinsamen Planung zusammenzuführen. „Damit war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass ein Baubeginn 2020 nicht mehr möglich war. Die Verwaltung wird einen konkreten Zeitplan vorlegen, sobald dies möglich ist“, sagte Schmitz.