1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Kreuzung in Plittersdorf: Kampf um den Kreisel geht weiter

Kreuzung in Plittersdorf : Kampf um den Kreisel geht weiter

Man werde sich "von der Verwaltung nicht hinter die Fichte führen" lassen. So hatte es Philipp Lerch, der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Bad Godesberg unmissverständlich dargelegt. Es ging um den Kreisverkehr, der seit Jahren anstelle der heutigen Kreuzung von Ubier-, Mittel-, Goten- und Plittersdorfer Straße geplant ist.

Wie mehrfach berichtet, möchte die Verwaltung von dem Bauprojekt am liebsten Abstand nehmen. Die Bad Godesberger Kommunalpolitiker hingegen halten an dem Umbau fest, der sich an die derzeit laufenden Kanalbauarbeiten anschließen sollte. Eigentlich. Denn seit dem einhelligen Votum der Politik hat die Öffentlichkeit seitens der Stadtverwaltung zu dem Thema nichts mehr gehört - auch nicht die Zusage, dann eben so zu verfahren, wie von den Volksvertretern gewünscht. Statt dessen geht in Plittersdorf nun die Sorge um, die Stadtverwaltung zeige sich von den politischen Beschlüssen unbeeindruckt und schaffe vollendete Tatsachen.

Konkreten Anlass zu Argwohn bietet den Plittersdorfern die aktuelle Bautätigkeit an der Kreuzung. Denn ganz offenkundig wird dort nach Abschluss der Kanalbauarbeiten die alte Kreuzung wiederhergestellt - Bordsteine, Gehwege und Blumenbeete inklusive. Dass man Beete anlegt, wo doch gemäß politischem Beschluss bald wieder die Bauarbeiter anrücken müssen, um den Kreisverkehr zu bauen, sei ja mit Blick auf die ohnehin knappen Finanzen zumindest merkwürdig, bemerkte jetzt beispielsweise Nikolaus Kircher, der örtliche Vorsitzende der CDU.

Also richtete er die Frage an die Stadtverwaltung und erhielt auch eine umfangreiche Antwort, die dem General-Anzeiger vorliegt. Darin begründet das Tiefbauamt die Wiederherstellung des Kreisels wie folgt: "Da aufgrund der laufenden Haushaltsberatungen noch nicht sicher ist, ob und wann dort der Kreisel gebaut wird oder nicht, musste die Kreuzung jetzt wieder in einen verkehrssicheren Zustand versetzt werden". Der Kreiselausbau sei "aus technischer Sicht nicht notwendig", daher habe die Kämmerei diese Maßnahme aus Rücksicht auf die mehr als angespannte Haushaltslage zur Einsparung vorgeschlagen. Nun müsse die Politik entscheiden.

"Zu dieser Begründung gehört schon viel Chuzpe", sagt dazu nun Philipp Lerch. Seine Fraktion hat umgehend einen Dringlichkeitsantrag auf den Weg gebracht, der nun ebenfalls Thema in der Bezirksvertretung ist. Lerch: "Einmal mehr entsteht an dieser Stelle der Eindruck, dass sich die Verwaltung unbeeindruckt von Beschlüssen und Beratungen der politischen Gremien zeigt. So werden Glaubwürdigkeit von Politik und Verwaltung beeinträchtigt".