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Schadstoffbelastung im Godesberger Rathaus: Kein grünes Licht für den Auszug

Schadstoffbelastung im Godesberger Rathaus : Kein grünes Licht für den Auszug

Schadstoffbelastung im Rathaus: Bezirksvertretung und Verwaltung ringen bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung um die bestmögliche Lösung.

Die Schadstoffbelastung im Anbau des Bad Godesberger Rathauses und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Mitarbeiter boten in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung reichlich Diskussionsstoff. Im Fokus stand vor allem die geplante Anmietung einer Immobilie an der Koblenzer Straße 112, in die einige Mitarbeiter umziehen sollen. Dafür sollte die Politik grünes Licht geben - hat sie bisher aber nicht getan. Ein Grund war nach GA-Informationen, dass das Gebäude nicht barrierefrei ist.

"Wir möchten gerne wissen, ob es vor der Messung Bauarbeiten gegeben hat, mit denen mögliche Schadstoffe freigelegt worden sind. Ob also zum Beispiel Zwischenwände rausgerissen wurden", sagte Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn, der mit seiner großen Anfrage die Diskussion angestoßen hatte. Seiner Kenntnis nach sei es nämlich so gewesen. Wenn das der Wahrheit entspräche, habe man doch einen hohen Schadstoffwert herbeigeführt, vermutete Schmitt mit Blick auf die noch ungewisse Zukunft der kurfürstlichen Meile und der Bürgerdienste.

Denn: Wenn die Gebäude schadstoffbelastet sind, hätte die Stadt einen triftigen Grund, sämtliche Mitarbeiter abzuziehen und die Gebäude entlang der Kurfürstenallee zu veräußern. Und wäre es nicht eigentlich wirtschaftlicher, das Gebäude zu sanieren, anstatt teure Liegenschaften dauerhaft anzumieten?, fragte Schmitt.

"Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Komplex."

Dass der Mietvertrag für zehn Jahre plus die Option einer Verlängerung abgeschlossen werden soll, kritisierte Ulli Hauschild (FDP). "Ich denke nicht, dass dann jemand in das Rathaus zurückgehen wird." Die Zukunft der Bürgerdienste, der Musikschule und des Rathauses seien miteinander verzahnt, gab Philipp Lerch (CDU) zu bedenken. "Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Komplex." Er wies darauf hin, dass keine Fakten geschaffen werden dürften, ohne zumindest den runden Tisch zur Zukunft der kurfürstlichen Meile einzubinden - wenn schon die Bezirksvertretung keine Kenntnis über die Pläne erhalte.

"Man hätte längst etwas an dem Gebäude tun und es leerziehen müssen", sagte Lutz Beine (SPD). Das gebiete der Arbeits- und Gesundheitsschutz. Denn noch haben einige Mitarbeiter ihr Büro in dem betroffenen Komplex. Und: "Man braucht ein anderes Gebäude, man kann die Leute ja nicht in Zelten unterbringen."

Kosten können noch nicht kalkuliert werden

Ob es die von Schmitt angesprochenen Bauarbeiten tatsächlich gegeben hat, konnte die Vertreterin des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) in der Sitzung nicht sagen. Ebenfalls keine Antwort konnte sie zu den Abrisskosten geben. Denn: "Erst wenn man weiß, wie ein Gebäude genutzt werden soll, kann man Kosten seriös kalkulieren." Es werde davon ausgegangen, dass eine umfassende Sanierung einer Entkernung des Gebäudes gleichkäme.

Eins aber stehe fest: "Es wäre dumm, ein Gebäude für Verwaltungszwecke umzubauen, wenn man noch nicht weiß, ob wir es weiterhin wirklich brauchen." Mit Blick auf die Gesundheit der Mitarbeiter gab sie zu bedenken, dass der Arbeitsschutz, der selbst in dem Gebäude untergebracht ist, involviert sei. Genau wie auch das Umwelt- und das Gesundheitsamt. Sie seien Teil der AG Schadstoffe. Dort habe man festgestellt, dass "es Zeit wird, dass die Mitarbeiter umziehen. Dass sie aber durch regelmäßige Lüftung nicht unmittelbar gefährdet sind".

Antworten kann die Stadt nachliefern. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung steht das Thema wieder auf der Tagesordnung.

[Der schadstoffbelastete Verwaltungstrakt]