Projekt „AckerRacker“ Kita-Kinder in Godesberg bauen selber Gemüse an

Rüngsdorf · Wo kommt eigentlich das Gemüse her, das auf dem Teller landet? Das lernen die Kinder der Kita Margarete-Winkler nun ganz unmittelbar, in dem sie selbst Lebensmittel anbauen. Das steckt hinter dem Projekt.

Louis (l.) und Phillip (gelbe Jacke) arbeiten mit anderen Kindern auf dem Acker im Klostergarten von Sankt Andreas in Bad Godesberg.

Louis (l.) und Phillip (gelbe Jacke) arbeiten mit anderen Kindern auf dem Acker im Klostergarten von Sankt Andreas in Bad Godesberg.

Foto: Petra Reuter

Etliche Schaufeln für Kinder standen diese Woche in der Kita Margarete-Winkler in Rüngsdorf zum Spatenstich bereit. Zum ersten Mal durfte der Nachwuchs selbst am neuen Acker im Klostergarten von Sankt Andreas neben der Kita Hand anlegen. Das Projekt „AckerRacker“, das die Bürgerstiftung Rheinviertel in Gang gesetzt hat, soll den Jüngsten mindestens drei Jahre lang Naturerlebnisse rund um Lebensmittel, gesundes Essen und Klimaschutz nahebringen.

Dass Maiskörner nicht nur zu Popcorn verarbeitet werden können, sondern prima als Saatgut funktionieren, hatte Phillip (5) vorher nicht gewusst. Begeistert stach er neben seinem Bruder Louis (2) mit seiner Schaufel in die Erde, um den Boden für die Einsaat zu lockern. Schon jetzt war klar, dass einige seiner Lieblingsgemüsesorten bald hier wachsen würden. „Ich mag Rote Beete, Zuckermais und Paprika“, sagte der Fünfjährige. Seine Schwester Leni (7) ist dem Kindergarten zwar schon entwachsen, wollte sich aber am Projekt beteiligen.

„Das Projekt bindet auch ganze Familien mit ein“, berichtete Kitaleiterin Stephanie Twardowski-Lindlahr. Mitmachen dürfen alle 30 Kinder der zweigruppigen Einrichtung. „Der Schwerpunkt liegt aber bei den beiden ältesten Jahrgängen“, so die Leiterin. Mindestens zwei Mal in der Woche soll der Nachwuchs am Acker buddeln, säen, pflanzen und pflegen. Weil nicht alle Arbeiten von Kinderhand erledigt werden können, ist Elterninitiative gefragt. Sie engagieren sich, wenn schwierigere oder umfangreichere Arbeiten wie das Umgraben anstehen.

Zusammen mit der Mitarbeiterin Maria Lange wird die Leiterin das Projekt im gesamten Jahresverlauf begleiten. „Die Saison beginnt im Frühjahr mit der ersten Einsaat, später folgt eine weitere Einsaat“, erzählte sie. Für alle Phasen, besonders aber für den Winter stelle der Projektgestalter Acker e. V. Arbeitsmaterial zum Thema zur Verfügung. „Wir basteln Memorys zum Thema, Schilder für die Markierung der Gemüsereihen oder flatternde Wimpel, um die Saat vor den Vögeln zu schützen“, sagte Twardowski-Lindlahr.

Stadtkinder lernen mehr über Lebensmittelanbau

Auch die Eltern freuen sich über das Projekt. Oft wüssten in der Stadt aufwachsende Kinder nur wenig über das Gemüsewachstum, sagte der Vorsitzende des Elternbeirats Peter Kruse. Er dankte der Bürgerstiftung und dem Kita-Team für das Engagement und gab die Reaktion vieler Eltern weiter: „Es ist gut, dass die Kinder hier die Chance bekommen, das hier hautnah zu erleben.“

Christoph Eiden, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, betonte: „Uns ist es wichtig, dass die Kinder von klein auf lernen, wie Lebensmittel angebaut werden.“ Das berühre auch Themen wie gesunde Ernährung und Klimaschutz. Die Referentin der Bürgerstiftung Christine Kiderlin hob das Potenzial für die kindliche Entwicklung hervor. Das inklusive Bildungsprogramm biete naturnahe Lernorte, fördere soziale Kompetenzen und steigere die Wertschätzung von Lebensmitteln, sagte sie.

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