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Knauber Bonn: Initiative will Konzept in Pennenfeld erhalten

Freizeitmarkt in Bad Godesberg : Initiative will Knauber-Konzept in Pennenfeld erhalten

Die Gruppe will einen Teil des bisherigen Sortiments des Knauber-Freizeitmarkts in Pennenfeld übernehmen und dieses erweitern. Der neue Markt soll genossenschaftlich organisiert werden. Es gibt auch noch weitere Interessenten für das Areal.

Die Schließung des Knauber-Freizeitmarkts in der Pennenfelder Mallwitzstraße zum 30. Juni bewegt die Godesberger. Am Mittwoch äußerten in den sozialen Medien zahlreiche Leser Ideen für die künftige Nutzung: Manche wünschten sich einen Lebensmittelhändler, andere eine Kartbahn vor Ort und wieder andere einen Anbieter mit der bisherige Mischung aus Bastel- und Schulbedarf, Geschenke-, Garten- und Freizeitshop.

Bis Anfang der Woche waren sieben Bewerber interessiert an der Nutzung des Areals im Gewerbegebiet Godesberg-Süd. Laut einem Sprecher von Invictus Immobilien und Bauen GmbH ist nach der GA-Berichterstattung ein weiterer Bewerber hinzugestoßen. Dabei gehe es um die Nutzung der gesamten 5.400 Quadratmeter Mietfläche und der 3.700 Quadratmeter Freifläche oder von Teilflächen. Das Gros der Interessenten sind Bonner und im Einzelhandel oder Handwerk tätig. Auch die Firma GKN Sinter Metals aus der Nachberschaft sei darunter, bestätigt nun der Immobilienvertreter, der ebenfalls das weitaus größere GKN-Gelände nebenan betreut. Ein Interessent wolle eine Versammlungsstätte eröffnen.

Auf GA-Nachfrage antwortet der Invictus-Sprecher, dieser Bewerber stamme aus dem „religiösen christlichen und nicht aus dem muslimischen Bereich“. Es gehe dem Interessenten darum, einen Ort der Begegnung einzurichten und nicht eine neue Kirche zu bauen. Laut Markus Schmitz vom Presseamt ist jedoch „eine religiöse Veranstaltungsstätte am Knauber-Standort Bad Godesberg planungsrechtlich nicht zulässig.“ Der Bebauungsplan schließe Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke aus. „Ob hiervon eine Befreiung erteilt werden kann, müsste im Rahmen einer Bauvoranfrage geklärt werden“, so die Stadt.

Ein weiterer Bewerber will das Angebot eines Freizeitmarkts vor Ort fortsetzen, so der Immobilienvertreter. Genau diese Interessentengruppe hat sich dem GA vorgestellt. „Wir sind überzeugte Knauber-Kunden, die sich zum Erhalt eines nachhaltigen Einzelhandelskonzepts mit Schwerpunkt der kreativen Gestaltung von Garten, Heim und Hobby zusammengefunden haben“, sagen die Initiatoren des „Projekts Knauber-Nachfolge Bad Godesberg“ um Stefanie Höbbel und Andreas Mankel. Alle Mitglieder haben berufliche Erfahrungen in den Bereichen Immobilienentwicklung, Finanzberatung, Einzelhandel, Organisationsentwicklung, Marketing und digitale Logistik. Außerdem seien sie idealistisch, „etwas für unsere Stadt und nachfolgende Generationen zu tun“, sagen sie.

Die Projektidee sieht folgendermaßen aus: Ein Teil des bisherigen Sortiments soll erhalten bleiben und mehr und mehr durch nachhaltige Lösungen mit regionalen und klimafreundlichen Produkten ergänzt werden. Für die Kunden sollen Erlebnis, Komfort und Zeitersparnis im Mittelpunkt stehen. „Es soll ein zukunftsorientiertes, innovatives Unternehmen am bekannten Standort entstehen – aus der Kraft seiner Kunden“, sagt die Sprecherin. Die Ortsteile Pennenfeld und Lannesdorf sowie der gesamte Bonner Süden sollen alltagsversorgt und gefördert werden. „Das bisherige Konzept basiert auf einer Beteiligung nach dem genossenschaftlichen Prinzip für Kunden und Bürger durch Teilhabe an der Finanzierung und Konzeptentwicklung im laufenden Betrieb“, plant die Bürgerinitiative.

Erst sollen Sortiment und Immobilie geklärt werden. „Wenn hier grünes Licht gegeben wird, kann die Initiative das vollständige Projektkonzept mit Zeitschiene vorstellen.“ Ziel sei, das möglichst noch vor Schließung der Knauber-Märkte Ende Juni zu schaffen.

Kontakt: Kundeninitiative Knauber-Nachfolge Bad Godesberg Stefanie Höbbel, E-Mail: info@kundeninitiative.de