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König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg steht zum Verkauf

Saudi-Arabien bietet Immobilie an : König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg steht zum Verkauf

Beim Gebäude der König-Fahd-Akademie in Bonn-Lannesdorf tut sich was: Das Königreich Saudi-Arabien hat verlauten lassen, dass es zum Verkauf des Grundstücks samt Gebäude bereit ist. Jetzt wünscht es ein Kaufangebot von der Stadt.

Die Zukunft der ehemaligen König-Fahd-Akademie in Lannesdorf ist zwar nach wie vor ungewiss, nun aber kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen Saudi-Arabien und der Stadt Bonn: Das Königreich habe vor kurzem verlauten lassen, dass es zum Verkauf des Grundstücks samt Gebäude bereit ist und die Verwaltung aufgefordert, ein Kaufangebot abzugeben, teilte Stadtsprecherin Monika Hörig auf GA-Anfrage mit. Zuvor hatte auch die SPD in Sachen Akademie bei der Verwaltung nachgehakt.

Die Schule wurde im Sommer 2017 geschlossen, seitdem steht das Gebäude leer. Verhandlungen gestalteten sich schwierig, da die Stelle des Botschafters des Königreichs Saudi-Arabien in Berlin längere Zeit unbesetzt gewesen war. Im Februar 2019 dann habe Saudi-Arabien „mit seiner Exzellenz, Prinz Faisal bin Farhan al Saud, einen neuen Botschafter entsandt“, so die Stadt damals. Kurz darauf hatte die Botschaft eine international tätige Kanzlei mit den Verkaufsverhandlungen betraut.

Der Grund und Boden der ehemaligen König-Fahd-Akademie, so Hörig, bestehe aus zwei Flurstücken. Eines davon „gehörte ursprünglich der Stadt Bonn und wurde im Jahr 1994 an das Königreich Saudi-Arabien verkauft“. Und zwar für seinerzeit rund 890.500 Euro. Für dieses sicherte sich die Stadt damals ein Rückkaufsrecht. Soll heißen, dass Saudi-Arabien das Flurstück zunächst der Verwaltung anbieten muss, bevor andere Käufer gesucht werden.

Ob es weitere Interessenten gibt, ist der Stadt nach Auskunft der Stadtsprecherin nicht bekannt. Wie zu erfahren ist, gibt es aber die Sorge, dass die Immobilie an eine politisch unerwünschte Gruppierung, zum Beispiel aus salafistischen Reihen, veräußert werden könnte, wenn die Stadt keinen Gebrauch von ihrem Rückkaufsrecht machen würde. „Der Eigentümer ist grundsätzlich frei in seiner Käuferauswahl“, sagt Hörig. Jedoch wäre es möglich, diese Karte zu ziehen, um Einfluss auf die künftige Nutzung zu nehmen.

Wie geht es nun weiter?

Doch wie geht es nun weiter? Bevor ein Kaufangebot abgegeben werde, sei es erforderlich, „den Grundbesitz zu besichtigen und einer eingehenden Bewertung zu unterziehen“, erläutert Hörig. Diese Schritte seien inzwischen eingeleitet worden. Und: „Der Schätzwert des gesamten Grundbesitzes inklusive Aufbauten ist noch zu ermitteln.“ Ob die Stadt dann wirklich tätig werden wird, steht laut Hörig noch nicht fest. „Dies wird sich entscheiden, sobald die Nutzungsperspektiven für die Stadt feststehen und der Stadtrat ein entsprechendes Votum gefasst hat.“

Das Interesse, in die Immobilie einzuziehen, ist auf jeden Fall da. Einer davon ist der Bonner Arbeitskreis, in dem unter anderem Träger von Integrationsangeboten und Migrationsberatungsstellen sitzen. Darüber hinaus gebe es aber mehrere Personen und Einrichtungen, die an einer Verwendung für kirchliche, schulische und soziale Zwecke interessiert sind, so Hörig.

Sämtliche Vorschläge seien aber noch nicht geprüft worden. Das wird erst geschehen, wenn geklärt ist, ob die Stadt kaufwillig ist oder nicht. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass die Kommune selbst die Immobilie wieder zum Leben erweckt. Ob es so kommt? „Diese Frage befindet sich derzeit in der Prüfung“, so die Stadtsprecherin.