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Aufgang zum Burgberg in Bad Godesberg: Kontrollen allein bringen wenig

Aufgang zum Burgberg in Bad Godesberg : Kontrollen allein bringen wenig

Vandalismus, Vermüllung, rechtsfreier Raum: Der Ur-Bad Godesberger Heinz König findet klare Worte, wenn er über den Aufgang zu den City-Terrassen über dem Aennchenplatz spricht. „Es sieht wirklich schlimm aus“, meint König. Derweil suchen Stadt und Polizei nach Lösungen.

In der Umgebung werde gedealt und werden Drogen konsumiert, überall seien Graffiti. „Aber es wird nicht kontrolliert, weder von Stadt noch von Polizei.“ Die Stadt sei es auch, die den Investor alleinlasse, der dort zurzeit unter anderem Wohnungen baut. „Mit Steinen werden neue Terrassenböden zerworfen“, gibt König ein Beispiel. Die Stadt habe die Verpflichtung, den Investor zu unterstützen und die Missstände zu beheben. Aber es tue sich nichts.

Darauf angesprochen, wies die Verwaltung das von sich: „Die Stadt kann die Auffassung nicht teilen, dass der Investor alleingelassen wird“, sagte Carsten Sperling, als kommissarischer Abteilungsleiter auch für den Stadtordnungsdienst zuständig.

Dieser führe auch in der Godesberger Innenstadt Kontrollen durch, „kann aber keine dauerhafte Überwachung einzelner Immobilien oder Objekte gewährleisten“. Bei Vandalismusschäden handele es sich um Sachbeschädigungen, die bei der Polizei angezeigt werden sollten.

"Das Plateau hat ein Kriminalitätsproblem"

Auch die Polizei ist sensibilisiert. „Das Problem ist bekannt“, sagte ein Sprecher. Die Polizei gehe mit Vertretern des Ordnungsamts Streife, es seien weitere Überwachungsmaßnahmen geplant. „Das Plateau hatte ein Kriminalitätsproblem, unter anderem bedingt durch die vielen Ecken, die der Sozialkontrolle entzogen sind“, sagte Architekt Helmut Rübsamen. Dies soll nun durch die neuen Vorgärten anders werden.

Auch Bonnorange ist am Burgberg aktiv: „Wir reinigen dort mindestens einmal die Woche, neuralgische Punkte wie die Treppe zur Burg sogar täglich“, so eine Sprecherin. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, „dass bereits kurze Zeit danach wieder neue Verunreinigungen auftreten“. Bei Bedarf fänden Zusatzreinigungen statt.

Um sich ein Bild zu machen, haben sich Stadt, Polizei und Investor vor Ort getroffen. Das Ergebnis: Man habe festgestellt, dass sich das „Problem allein mit vereinzelten Kontrollen nicht lösen lässt“, so Sperling. Nachhaltiger seien Veränderungen am Gebäudekomplex, im Innenbereich sowie an den Fußwegen und Wegen auf den Burgberg und um das Altstadtcenter herum. „Der Investor wollte dementsprechend an das Bauordnungsamt herantreten und die mögliche Erlaubnis für bauliche Veränderungen prüfen lassen.“

Unter anderem soll die Fußgängerbrücke zwischen City-Terrassen und Burgberg weg. An ihrer Stelle soll eine Treppe zum Burgberg führen. Dass der Durchgang von diesem Fußweg in Richtung Kreuzweg bereits geschlossen wurde, scheint keinen Effekt gehabt zu haben: „Der Vandalismus ist geblieben“, sagte Facility Manager Jens Feldmann – und das, obwohl täglich ein Sicherheitsdienst die City-Terrassen beaufsichtige.