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Krisenstab der Stadt Bonn: Springbrunnen bleibt aus

„Menschenansammlungen vermeiden“ : Krisenstab will Bonner Springbrunnen vorerst nicht einschalten

Nicht nur auf dem Theaterplatz in Bad Godesberg bleibt die Pumpe für die Fontäne vorerst ausgeschaltet. Der Krisenstab der Stadt Bonn will in der aktuellen Corona-Lage Menschenansammlungen vermeiden.

Ein hübsches Bild ist es besonders an warmen Tagen, wenn die Wasserfontänen der Springbrunnen in die Höhe schießen und für Kühlung sorgen. Weil der April bisher kein sonderlich durchgehend sonniges Wetter geboten hat, sind in diesem Jahr die brach liegenden Brunnen vermutlich kaum jemandem aufgefallen. Aber auch wenn das Wetter mehr Wärme bietet, will die Stadt nach der aktuellen Planung die Wasserpumpen erst einmal ruhen lassen.

Bei kalter und wechselhafter Witterung sind in diesen Tagen Menschen an dem noch nicht in Betrieb befindlichen Springbrunnen auf dem Theaterplatz vorbeigegangen. In der Regel werden die Anlagen in der Innenstadt oft bereits an Ostern in Betrieb genommen, teilt Stadtsprecherin Kristina Buchmiller auf Anfrage des GA mit. Die weiteren Brunnen folgen normalerweise meist im Mai und sprudeln über den Sommer hinweg bis September.

Krisenstab verschiebt Einschalten der Springbrunnen in Bonn

In diesem Jahr soll es wegen der pandemischen Lage jedoch anders sein. „Der Krisenstab der Stadt Bonn hat entschieden, die Brunnen zunächst nicht in Betrieb zu nehmen“, sagt Buchmiller. Ziel dieser Maßnahme sei, Menschenansammlungen vor den Brunnen zu vermeiden. Schon im vergangenen Jahr sah man vielfach kleine Gruppen an besonders frequentierten Anlagen wie auf dem Theaterplatz. Ebenso waren aber auch Menschen zu beobachten, die der Gruppenbildung auswichen und trotz kleiner Kinder, die das Wasser gerne genossen hätten, weitergingen.

„Wenn es warm wird, wäre es schön, wenn der Brunnen an wäre“, findet Sabine Zimmermann. Die Euskirchenerin besucht in Bad Godesberg regelmäßig ihre Tochter und die Enkel. Sie genieße die Zeit mit den Kindern am Wasser auch dann, wenn man auf den Abstand achten musste, sagt sie. Als im vergangenen Sommer die Plätze am Wasser schon belegt gewesen seien, habe sie dem drei- und fünfjährigen Nachwuchs erklärt, dass man jetzt nicht, aber vielleicht am nächsten Tag noch einmal dorthin gehen könne. Ein vorsorgliches Ruhen der Brunnen wegen der Pandemie findet sie indes übertrieben. „Die Menschen sollten mittlerweile gelernt haben, dass man Abstand hält und dass man im Zweifelsfall ausweichen muss“, sagt Zimmermann.

Stadt Bonn erkennt Aufenthaltsqualität an Springbrunnen an

Grundsätzlich erhöhen Brunnen die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und den Parks, hieß es seitens der Stadt. Sie steigerten die Attraktivität des Stadtbildes und förderten die Gemeinschaft, auch durch Brunnenfeste. Immerhin 33 Anlagen gibt es in der Innenstadt und den Ortsteilen Bad Godesbergs. Auch wenn es bisher keine Freigabe für die Brunnensaison gibt, könnten die Wasserspiele je nach pandemischer Situation dank laufender Vorarbeiten kurzfristig doch noch in Betrieb genommen werden, so Buchmiller.

Die Stadt nimmt eine Wartung der Brunnen jährlich jeweils zu Beginn und zum Ende der Saison vor. Dazu gibt es regelmäßige Reparaturen und Reinigungsarbeiten. Besonders die Schäden durch Vandalismus hätten laut Buchmiller in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Auch Verschmutzungen würden häufig dazu führen, dass die Anlagen eine Zeit lang kein Wasser spenden, bis sie repariert sind.

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