Entwicklung von Bad Godesberg Kritik an Befragung zum Tourismus

Bad Godesberg · Der Verein Bürger.Bad.Godesberg ruft dazu auf, auch auf den letzten Drücker noch die Bürgerbeteiligung zum Tourismus in Bad Godesberg zu nutzen. Doch einiges passt ihm nicht daran.

Die Godesburg ist von Weitem als Wahrzeichen des Stadtbezirks zu sehen.

Die Godesburg ist von Weitem als Wahrzeichen des Stadtbezirks zu sehen.

Foto: Richard Bongartz

Endspurt bei der Bürgerbeteiligung zum Konzept für Tourismus, Kultur, Freizeit und Sport in Bad Godesberg. Noch an diesem Dienstag, 20. Februar, kann jeder an der Umfrage auf dem Portal „Bonn macht mit!“ teilnehmen. Die Fragestellung dabei, mit der sich die Verwaltung seit einiger Zeit intensiv beschäftigt: „Wie soll sich Bad Godesberg entwickeln, wie gelingt es, Lebens- und Aufenthaltsqualität vor Ort zu stärken?“ Nun ruft der Verein Bürger.Bad.Godesberg, der im Kurpark den Trinkpavillon betreibt, alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich noch an der Online-Umfrage zu beteiligen. „Es ist eine wichtige Gelegenheit, auf die Zukunft Bad Godesbergs Einfluss zu nehmen“, sagt Vize-Vorsitzender Volker Kregel.

Ein umfangreicher Leitbildprozess sowie das Integrierte Entwicklungskonzept für die Innenstadt von Bad Godesberg (ISEK) sind die Grundlage für die jetzige Befragung. Vorausgegangen waren Expertenbefragungen und vor wenigen Wochen eine Bürgerinformation mit dem Beratungsbüro dwif, das den Prozess begleitet. Die Ergebnisse kann jeder nun im Internet bewerten und außerdem eigene Hinweise, Ideen und Wünsche hinzufügen.

Laut Kregel erscheinen die Themenblöcke bei „Bonn macht mit!“, zu denen Zustimmung oder Nicht-Zustimmung erfragt werden, teilweise recht zusammengewürfelt. Doch er sieht die Stärke darin, dass jeder seine Vorstellungen hinzufügen kann. „So kann etwa zum Ausdruck gebracht werden, was man sich als Aufwertung der Godesburg und des Rheinufers oder der künftigen Nutzung der Kurfürstlichen Zeile verspricht.“ Am Ende darf jeder noch drei Höhepunkte in Bad Godesberg benennen.

„Aus der online gestellten Umfrage macht die Stadt Bonn allerdings eindeutig zu wenig“, findet Kregel. Denn sie müsse eigentlich als Hauswurfsendung an alle Bürgerinnen und Bürger adressiert und etwa als Projekt in Schulen behandelt werden. „Ziel muss es doch sein, alle Generationen in den Prozess zur künftigen Gestaltung Bad Godesbergs mit einzubeziehen. Schließlich ist sowohl die älter werdende Gesellschaft zu berücksichtigen, als auch die Tatsache, dass es neue Angebote für Jugendliche braucht, etwa nach dem Aus für die Klangstation vor Jahren“, teilt der Verein mit. So solle die Stadtverwaltung den Zeitraum für die Umfrage deutlich über den 20. Februar hinaus verlängern.

Verein will, dass etwas passiert

Wie es schon Tenor bei der für einige Teilnehmer enttäuschenden Bürgerinformation war, denkt auch Bürger.Bad.Godesberg, dass nach den zahlreichen Beteiligungsverfahren und Konzepten endlich sichtbar etwas passieren müsse. „Das fängt im Kleinen mit der Beseitigung von Dreckecken an und hört bei der längst überfälligen Sanierung der Stadthalle auf“, so Kregel. Auch die Perspektive eines Wasserlaufs durch die Fußgängerzone überzeuge wenig, wenn vorhandene Brunnen jahrelang nicht in Betrieb beziehungsweise ständig vermüllt sind. Froh ist man nun, dass sich beim Kurfürstenbad etwas tue – auch dank des Einsatzes von Bürgern, so Kregel.

Fragen zur vorgeschlagenen Hauswurfsendung, Kontakt zu Schulen und eine vielleicht mögliche Verlängerung der Umfrage konnte die Stadt auf die Schnelle noch nicht beantworten, will es allerdings nachholen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort