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Bauprojekt Kronprinzenpark: Kritik an den neuen Plänen

Bauprojekt Kronprinzenpark : Kritik an den neuen Plänen

Das zähe Ringen um das Neubaugebiet "Kronprinzenpark" im Godesberger Villenviertel geht in die nächste Runde. Am Mittwoch stehen wieder verschiedene Bürgeranträge und Beschlussvorschläge der Verwaltung auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung.

Wie berichtet will die APW Wielandstraße GmbH anstelle der bisherigen Bürogebäude mehrere mehrgeschossige "Stadtvillen" errichten. Auch der Innenraum des Quartiers soll teilweise bebaut werden. Auf dem Areal befindet sich ein Bürokomplex, der früher von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und heute von 400 Mitarbeitern einer IT-Abteilung der Deutschen Post genutzt wird. Deren Mietvertrag läuft noch bis 2019.

Nach einem Bürgerdialog wurden die Pläne für das Areal modifiziert. So wurden zur besseren Lenkung der Verkehrsströme zwei Tiefgarageneinfahrten statt einer geplant. Auch die Anordnung der Gebäude wurde verändert und zum Teil weiter von der Wielandstraße abgerückt. Außerdem wurden zum Teil Gebäudehöhen und Dachformen verändert.

Aus der Stellungnahme der Verwaltung zum Bebauungsplanverfahren Kronprinzenpark geht hervor, dass sie eine weitere Informationsveranstaltung für die Bürger für verzichtbar hält. Die Anwohner seien bereits im Bürgerdialog, der im September 2014 stattfand "intensiv" beteiligt gewesen. Das sehen Bürger wie Antragsteller Wolfgang Baumeister jedoch anders. "Was die Stadtverwaltung da tut, ist mir wirklich ein Rätsel", sagte er gestern dem GA.

Die Planung, die jetzt vorliege, sei nach wie vor zu massiv für das Villenviertel. Die Bürger fürchten, dass sich die städtebaulichen Fehler, die beim Bau des Bürokomplexes gemacht wurden, nun wiederholen könnten. "28 Meter breite Gebäude sind indiskutabel", findet Baumeister. Außerdem sieht er die meisten der alten Bäume gefährdet, auch wenn die neuen Pläne mehr Abstand zu der geschützten Blutbuche schaffen.

Kritik kommt auch aus der Politik. "Nach einer ersten Sichtung muss leider festgestellt werden, dass sich die jetzt vorgeschlagene Planung in ihren Ausmaßen von der alten Projektierung der APW aus Ende 2013 kaum unterscheidet. Einzig bei den Häusern K und J an der Mirbachstraße ist eine geringfügige Änderung des Bauvolumens zum Besseren geplant worden", so Marcel Schmitt (Bürger Bund Bonn). Im Gegensatz zum Oberbürgermeister halte der BBB eine Vorstellung des jetzt vorgelegten Konzeptes im Rahmen einer neuerlichen Bürgerversammlung durchaus für sinnvoll. "Für uns ist das Vorhaben weiterhin deutlich zu massiv geplant, es fügt sich nicht in die villenartige Umgebung ein und stellt keine Verbesserung gegenüber der heutigen Bestandsbebauung dar", so Schmitt.

Auch die FDP ist mit den neuen Plänen nicht zufrieden. Sie fordert eine Reduzierung der Bebauung an der Wielandstraße auf maximal drei Geschosse. Außerdem hält sie die Zahl der oberirdischen Parkplätze für zu gering und möchte die Fußwege auf dem Gelände als öffentliche Verkehrswege festschreiben, damit sie nicht nachträglich vom Eigentümer abgeriegelt werden. Der Investor habe aber auch positive Änderungen eingearbeitet wie die Vergrößerung des Grenzabstands zur Bebauung an der Wielandstraße und die Errichtung eines Spielplatzes.

Die Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg beginnt am Mittwoch, 18. März, um 17 Uhr in der Stadthalle Bad Godesberg, Koblenzer Straße 80.