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Ausstellung "Ist das Kunst oder kann das weg?" im Köllenhof: Kritischer Blick auf Museumsbesucher

Ausstellung "Ist das Kunst oder kann das weg?" im Köllenhof : Kritischer Blick auf Museumsbesucher

Die Bonner Künstlerin Cornelia Harss lädt am Dienstag, 6. Oktober, ab 20 Uhr zur Eröffnung ihrer Ausstellung "Ist das Kunst oder kann das weg? - Menschen im Museum" in den Köllenhof, Marienforster Weg 14, ein.

Das "Crossover Guitar Quartett" um den Gitarristen und Bandleader Horst Domgoergen wird der Vernissage den musikalischen Rahmen geben.

Angeregt zu dieser Serie wurde Cornelia Harss Mitte der Neunziger bei ihrem ersten Besuch der damals neuen Bonner Museen. Seitdem geht sie kontinuierlich dort hin. Denn es bereitet ihr offenbar ein diebisches Vergnügen, die Kunstliebhaber auf Leinwand festzuhalten, die je nach dem interessiert, fasziniert, abgestoßen oder einfach überfordert vor moderner, meist gegenstandsloser Museumskunst stehen.

Harss beobachtet, dass viele nach der Maxime "Was im Museum hängt, muss auch gute Kunst sein", mehr den Etiketten als ihrem eigenem Urteilvermögen vertrauen. Und sie setzt sich kritisch damit auseinander, dass diese Art Kunstliebhaber nicht laut sagt, wenn "der Kaiser nackt dasteht". Oder sie belächeln den vermeintlichen Naivling, der zugibt, dass er nicht versteht, was der Künstler sagen will.

"Kunst darf nicht zu direkt sein, sollte möglichst kryptisch, unverständlich und schon gar nicht lustig sein. Dafür gibt es den Karneval. Man will dazugehören, zu der intellektuellen Avantgarde", definiert Harss die Subjekte ihrer Betrachtung im Museum. Ihre Bilder zeigen beispielhaft manchen der meist nicht mehr ganz jungen Museumsbesucher, der in erster Linie seine Garderobe ausführt und sich mit angelesenem Wissen schmückt. "Langeweile zeigen nur die Kinder. Für die Erwachsenen geht es eher um Sehen und Gesehenwerden. Im wahrsten Sinne des Wortes", erläutert Cornelia Harss.

Die Bilder von Cornelia Harss sind bis 6. November, während der Veranstaltungen im Köllenhof sowie nach telefonischer Absprache unter Telefon 0228/343250, zu sehen.