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Doppelausstellung im Glaskarree in Bonn: Kunst zeigt Mensch und Natur

Doppelausstellung im Glaskarree in Bonn : Kunst zeigt Mensch und Natur

Weiße Kois auf blauen Hintergrund und collagenhafte Menschenportraits. Für ihre Doppelausstellung „Kois und die Kunst der Collage“ haben sich zwei Kölner Künstlerinnen zusammengetan.

Annette Kaltwasser (58) hat nach einer Ausbildung zur Handweberin in Trier Modedesign studiert und sich danach zunehmend der freien Kunst zugewandt. Die Verbundenheit zu textilen Materialien und die Auseinandersetzung mit den gängigen Geschlechterklischees findet sich in ihren Collagen und Objekten wieder. Ihre jüngsten Werke, die Cyanotypien, basieren auf einem alten Edeldruckverfahren in blauen Farbtönen, womit die Künstlerin ihren Fotografien eine ganz besondere Ästhetik verleiht. „Sie beschäftigen sich mit der Nachhaltigkeit und der Endlichkeit unserer Ressourcen“, sagt Kaltwasser. Zentrales Motiv ihrer Werke ist der Koi. „Mit seiner schlichten Form, neben einer gewissen Schwere, haftet dem Fisch etwas zutiefst Urtümliches und gleichzeitig Elegantes an“, erläutert die Künstlerin ihre Wahl. „Er verkörpert die Verschmelzung von Leben und Kunst, Ursprung und Zukunft.“ In den Werken stehe die Fischart als Symbol für die Erhaltung der Meere und dessen Bewohner, so die Designerin.

Katja Weikenmeier (59) studierte Visuelle Kommunikation in Aachen. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit sind Porträts, die sie im Auftrag von Privatpersonen und Unternehmen anfertigt. „Das können Kinder, Paare oder auch ganze Familien sein“, sagt Weikenmeier, die Aufträge aus ganz Deutschland erhält. In ihrer speziell entwickelten Collagetechnik kombiniert die Künstlerin filigrane Zeichnung und selbst kolorierte Farbpapiere zu „ausdrucksstarken Kompositionen.“ Durch die verschiedenen Schichten sollen die Collagen einen dreidimensionalen und objekthaften Charakter erhalten. „Die handwerklichen Spuren sind dabei durchaus gewollt und verleihen den Werken einen rauen Charme“, erklärt Weikenmeier. Die beiden Künstlerinnen kennen sich schon seit Jahren, erzählen sie. „Kois und die Kunst der Collage“ sei die bereits zweite gemeinsame Ausstellung. „Wir teilen die Liebe zum Werkstoff Papier und die Leidenschaft fürs Upycling, also aus Bestehendem etwas Neues entstehen lassen“, sagt Kaltwasser.

Speziell für die Ausstellung im Glaskarree haben die Kölnerinnen eine zwei Meter mal drei Meter große Wandarbeit angefertigt, die hier das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Mit „News today“ sei nun ein gemeinsamer künstlerischer Ausdruck entstanden. Weikenmeier machte dafür den Scherenschnitt, der einerseits dekorativ sei, aber dadurch, dass die Zeitungen durchscheinen, einen zusätzlichen inhaltlichen Aspekt bekommen habe. „Das Ornament wird zu einem Nachrichtenteppich.“ Die großen schwarzem Kois, die Kaltwasser einbaute, tauchen wie große Schatten durch die Nachrichtenflut und sollen so eine gewisse Schwere in das Werk bringen. „Das Glaskarree hat wieder geöffnet. Die Künstlerinnen werden während des Ausstellungszeitraumes immer samstags und sonntags, von 15 bis 17 Uhr, vor Ort sein“, kündigt Jürgen Laue an. Terminreservierungen können vor Ort gemacht werden, so der Vereinsvorsitzende vom Kunstverein Bad Godesberg.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 4. Juli, zu sehen. Am letzten Tag soll es ein Abschlussgespräch mit den Künstlerinnen geben. Das Glaskarree an der Burgstraße 85 öffnet dafür von 13 bis 17 Uhr. Weitere Informationen sind auf der Webseite Kunstverein-Bad-Godesberg.de.