Musik im Park 2024 Woodstock-Feeling im Kurpark in Bad Godesberg

Bad Godesberg · Die Konzertreihe Musik im Park geht in die nächste Runde. Mehrere Wochen lang wird der Kurpark in Bad Godesberg dann zum Mekka für Musikfans von Alternative-Rock, Jazz, Pop und Blues.

 Nicht nur die Akteure sowie Joachim Schäfer und Helmuth Both (3 und 4.v.l.) vom Veranstalter freuen sich auf Musik im Park.

Nicht nur die Akteure sowie Joachim Schäfer und Helmuth Both (3 und 4.v.l.) vom Veranstalter freuen sich auf Musik im Park.

Foto: Axel Vogel

Es war Ende der 1970er Jahre, als Musik im Park seine Premiere feierte. Über Jahrzehnte waren die Konzerte aus den Fan-Kalendern nicht wegzudenken, der Termin – mittwochs – war gesetzt. Dementsprechend groß war die Enttäuschung, als das bei Groß und Klein gleichermaßen beliebte Format aus verschiedenen Gründen aussetzen musste. Doch das ist, dem Verein Bürger.Bad.Godesberg sei Dank, mittlerweile Geschichte. 2018 rief er Musik im Park nach einer konzertmäßigen Durststrecke im Kurpark wieder ins Leben. Seitdem verbreiten verschiedene Künstler regelmäßig Festivalatmosphäre am Trinkpavillon. Und auch in diesem Jahr kehrt die beliebte Reihe mit einem fulminanten Programm zurück.

An sechs Terminen, und zwar immer mittwochs um 19 Uhr, spielen regionale Bands am Trinkpavillon an der Stadthalle. Dabei sind mit Blick auf die Musikrichtungen keine Grenzen gesetzt, sagt Organisator Helmuth Both. Es gibt Jazz und Rock, Blues und Pop – und noch mehr. Doch eins haben alle Künstler gemeinsam: die Liebe zur Musik. Tickets werden nicht benötigt, der Eintritt ist frei, für die Musiker geht zum Schluss der Hut herum. Die Zuschauer sollten also nach Möglichkeit Bargeld einpacken. Wer mag, kann nicht nur musikalische Höhepunkte erleben, es darf auch gepicknickt werden. Im Trinkpavillon gibt es verschiedene Getränke, die Toilette im Untergeschoss steht den Zuhörern laut Both zur Verfügung.

Den Anfang macht am 29. Mai „Home At Last“. Die zwölfköpfige Bonner Band bringt eine legendäre Formation nach Bad Godesberg: „Steely Dan“, die Anfang der 1970er Jahre von Walter Becker und Donald Fagan in New York City gegründet wurde. Die Band stand für einen unverkennbaren Stilmix – Rock-, Pop-, Jazz- und Funkelemente waren dabei. Sie schrieb Musikgeschichte, unter anderem mit Songs wie „Can´t Buy a Thrill“, „Rikki don’t lose that number“ und „Do it again“.

Bekannte Rockklassiker und musikalische Geheimtipps

Vor elf Jahren, 2013, fanden sich „Bad Keys“, seitdem rocken die vier Musiker aus dem Köln/Bonner Raum die Bühnen. Sie sind bei Bikertreffen und Stadtfesten genauso dabei wie bei Festivals und in Clubs – und nun, am 5. Juni, bei Musik im Park. Was die Fans erwartet? Neben bekannten Rockklassikern gibt es auch musikalische Geheimtipps von den späten 1960ern bis in die 1990er. „Wir spielen grundsätzlich gerne live“, sagt Gitarrist Torsten Ukena. Aber im Sommer, Open-Air im Park, daran habe man selbst viel Freude. Dabei solle man nicht vergessen, dass Projekte wie Musik im Park „von der Initiative Einzelner leben. Gerade bei den ganzen Auflagen, die es mittlerweile gibt“. Das ehrenamtliche Engagement verdiene daher Respekt – und müsse unterstützt werden.

Nicht weniger als das Beste von Pop, Funk und Soul versprechen „Still Funky“ am 12. Juni an den Trinkpavillon zu bringen. Das Repertoire der – je nach Auftritt sechs bis sieben Musiker – ist breit gefächert. Mit dabei sind unter anderem Songs von Stevie Wonder und Chaka Kham, James Brown und Amy Winehouse, Daft Punk und Justin Timberlake. Das Rezept: „Man nehme einen guten, bekannten Song, verpasse ihm einen fetten Groove, würze das Ganze mit einer Prise Jazz und gebe den Solisten Raum, sich auszutoben“, heißt es auf der Homepage der Band. Das Ziel: „Die Leute sollen Spaß haben, das Konzert genießen und tanzen“, sagt Wolfgang Wendt (Bass und Keyboard). Er selbst kennt Musik im Park als Zuhörer, allerdings ist das schon eine ganze Weile her. „Damals hat die Stadt es noch organisiert“, erinnert sich Wendt. Die hatte sich Ende der 1990er Jahre aus der Reihe zurückgezogen.

Das Open-Air-Gefühl ist es, das auch „Taste of Woodstock“ in seinen Bann gezogen hat. Kein Wunder also, dass die sechsköpfige Band nicht zum ersten Mal bei Musik im Park dabei ist. Schon 2019 – dem Jahr, als sich Woodstock zum 50. Mal jährte – sorgten sie in Bad Godesberg für Begeisterung. „Der damalige Auftritt war die Motivation, noch einmal dabei zu sein“, so Tommy Weger (Gitarre, Keyboard und Gesang). Im Kurpark gebe es einfach „das Woodstock-Feeling“. Darüber hinaus werde man einfach „supernett betreut“, sagt er in Richtung Both. Die sechs Künstler präsentieren übrigens die Musik der Singer-Songwriter-Generation um Crosby, Stills & Nash im Kurpark.

Eine Woche später, am 26. Juni, stehen dann Rhythm & Blues, Soul und Jazz im Mittelpunkt des Musik-im-Park-Interesses. Mit „Soulful of Blues - keeping the blues alive“ steht „Die Bonner Seele des Blues“ auf der Trinkpavillon-Bühne. In der neunköpfigen Band sind einige alte Hasen, was die Bad Godesberger Konzertreihe angeht. Hans Georg Rehse hat zum Beispiel „vor 40 Jahren schon mal hier gespielt“. Damals, so erzählt der Sänger und Gitarrist, mit der Band „Blues Express“. Rehse selbst ist in Bad Godesberg aufgewachsen, hat immer wieder im Stadtbezirk gewohnt. „Es ist wichtig, Projekte wie Musik im Park zu unterstützen“, sagt er. Egal ob vor der Bühne – „als Zuschauer war ich auch schon hier“ – oder darauf. Was besser ist, ist schnell beantwortet: „Selbst spielen.“

Abschluss mit Deutschlands ältester Nachwuchsband

Mit „SuperVibe & Heike Kraske“ kommt zum Abschluss, am 3. Juli, (nach eigener Aussage) Deutschlands älteste Nachwuchsband nach Bad Godesberg. Kennengelernt haben sich die vier Musiker plus Sängerin über verschiedene Jazzformationen. So wird es wenig verwundern, dass es der Jazz samt Improvisationen ist, der im Zentrum ihres musikalischen Wirkens steht. Die Musik der Zukunft finde auf der Bühne statt, nicht im Streaming oder sonst wo, sagt Wilfried Bellinghausen (Vibraphon, Marimba). Denn: „Das, was wir machen, kann keine KI machen.“ Wo er am liebsten spielt? Draußen. „Das ist die Steigerung von der Bühne.“ Sound und Akustik seien unter freiem Himmel einfach fantastisch. „Es ist die organischste Art, Musik zu machen.“ Bellinghausen weiß, wovon er spricht. Bei Musik im Park zum Beispiel war er – mit anderen Bands – schon zweimal dabei. 2018 und 2019.

Verlässt SuperVibe die Bühne, ist für dieses Jahr Schluss mit Musik im Park. Zumindest in der Open-Air-Version. Indoor kommen Musikfans auf jeden Fall bis Ende des Jahres voll auf ihre Kosten. Dann nämlich stehen diverse „Musik im Park – Jazzsession“ und „Musik im Park Extra“ auf dem Bürger.Bad.Godesberg-Programm. Mit dabei sind unter anderem Monnerjahn/Barcelona und Rowi and friends. Dann dauert es auch schon nicht mehr lange, bis Musik im Park 2025 an den Start geht. Wer dabei ist, wird sich in den kommenden Monaten klären. Eins aber steht schon jetzt fest, verrät Both: „Es wird einen Termin nur für junge Bands geben.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
Fast schon Schikane
Kommentar zu Fest in Mehlem Fast schon Schikane