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Firmen und Schüler im Dialog: Leidenschaft ist gefragt

Firmen und Schüler im Dialog : Leidenschaft ist gefragt

Im Friedrich-List-Berufskolleg kommen Firmen und Schüler ins Gespräch - die Schule will eine Brücke schlagen zwischen Berufsanwärtern und Firmen, die händeringend Nachwuchs suchen.

Die Wege ins Berufsleben sind für junge Menschen heute schwieriger denn je. Das liegt an den hohen Ansprüchen der Arbeitgeber, an der unglaublichen Vielfalt der Möglichkeiten und auch an dem Überangebot an Informationen, die über das Internet auf die Jugendlichen einströmen. Gut, wenn Schulen Brücken schlagen zwischen den Berufsanwärtern und den Firmen, die ja auch händeringend motivierten Nachwuchs suchen. Im Friedrich-List-Berufskolleg trafen gestern die beiden Welten ganz gezielt aufeinander.

"Wir können den Schülern viel erzählen, aber nichts ist so hilfreich wie wenn man einen möglichen neuen Chef direkt trifft", sagte Heike Schäfer lächelnd. Die stellvertretende Berufs- und Studienkoordinatorin hatte den Begegnungstag mit organisiert und beobachtete gestern, wie sich mehrere Firmen bei den jungen Leuten vorstellen. Die bundesweiten Handelsketten Rewe und der Drogeriemarkt DM hatten Teams genauso geschickt wie die regional bekannten Firmen Fassbender-Tenten und Knauber.

Viele Jugendliche wissen zwar, dass es ein duales Studium gibt - aber wie packt man diese Kombination aus Ausbildung und Studium an, wobei Arbeit und Theorie eng miteinander verflochten sind und schon während der Lehre ein ordentliches Gehalt fließt? Was versteckt sich hinter dem Begriff Handelsfachwirt, und wie kommt man den Titel dran? Diese und viele andere Fragen beantworteten auch Patrizia Wlossek, Azubi-Recruiterin bei Rewe, und der Manager eines Rewe-Marktes in Bad Godesberg, Hendrik Böhm. In einer kompakten und höchst informativen Präsentation zeigten die beiden Experten, wie viele Karrierechancen und spätere Weiterbildungsmöglichkeiten die Einzelhandelskette jungen Menschen bietet.

Die Übernahmegarantie für besonders begeisterte Azubis ist nur ein Magnet, der die Schüler Rouwen Rott und Sipan Saleh besonders überzeugte. "Das könnte ich mir richtig gut vorstellen, da eine Lehre anzufangen", meinte Rott noch sichtlich beeindruckt von der Flut an Informationen. Und dass jeder Auszubildende nach der Probezeit einen Tablet-Computer bekommt, mit dem er - bücherlos - seine Hausaufgaben und Lerngruppe koordinieren kann, findet Saleh "ziemlich klasse".

Und auch im DM-Team ist man zufrieden mit dem Dialog, den das Berufskolleg ermöglicht. "Wir suchen vor allem junge Leute, die sich für Naturwissenschaften und für Rechnungswesen begeistern", erklärte Thomas Bosisto.

Aber letztlich ist für den Berater für Aus- und Weiterbildungen in der Drogeriemarktkette vor allem ein Kriterium wichtig, das auch bei Rewe ganz oben steht: "Unsere Azubis müssen den Job mit Leidenschaft machen und gerne mit Kunden umgehen."