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Politische Bildung in Bonn: Lernen, wie die UN funktionieren

Politische Bildung in Bonn : Lernen, wie die UN funktionieren

Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums haben beim 49. Model United Nations in Den Haag mitdiskutiert. Dort vertraten sie als "Diplomaten" die Interessen eines kleinen Inselstaats.

Zum 27. Mal machte sich Ende Januar eine Delegation ausgewählter Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 des Nicolaus-Cusanus-Gymansiums auf den Weg nach Den Haag, um beim 49. International Model United Nations (THIMUN) als Vertreter der kleinsten Republik der Welt, dem Inselstaat Nauri im pazifischen Ozean, selbst verfasste Resolutionen zum Thema „Borders in a Globalised World“ in den verschiedenen Gremien der UN zu diskutieren.

Seit Beginn des Schuljahres hatten sich die zwölf Schüler, die schulintern ausgewählt worden waren, intensiv auf die Teilnahme im Den Haager World Forum Convention Center vorbereitet, um in der Rolle des Vertreters eines für sie fremden Landes komplexe politische Themen mit den internationalen Teilnehmern aus aller Welt vor Ort zu diskutieren.

„Den Haag war voll mit etwa 3500 Jugendlichen aus aller Welt“, schilderte beispielsweise Sofia Teixera Goncalves ihre Erfahrungen rund um die für Jugendliche simulierte UN-Konferenz. „Jeden Abend konnten wir andere Jugendliche in der Stadt treffen und die allgemeine Verkehrssprache war natürlich Englisch.“ „Ihr seid ja im Englischen durchaus fitter als viele andere“, lobte Schulleiterin Nicole Auen die Schüler, die allein dadurch verhandlungssicher auftreten konnten.

Ausführlich ließ sich Auen nach der Übergabe von Urkunden für jeden Teilnehmer von weiteren Erfahrungen der Schüler berichten. „Man lernt Demokratie noch mehr zu schätzen“, meinte etwa Fynn Lambert. „Denn jede Stimme zählt. Das war sehr motivierend.“ Und, so Paula Dietrich: „Wir haben gelernt, dass wir auch etwas bewegen können.“

„War Donald Trump denn ein Thema?“, wollte Auen wissen. „Ja, Vertreter Mexikos und der USA haben sich zum Beispiel wegen des Themas einer Mauer zwischen den USA und Mexiko gezofft“, berichtete Sofia Teixera Goncalves. Und auch die Vertreter Israels und Palästinas hätten ihre jeweiligen Positionen in Sachen Mauern vorgetragen.

Was die Schüler betrübte, war die Tatsache, dass es keinen echten Dialog gab. Klare Sprechzeiten und vorbereitete Reden verhinderten dies.Dennoch: Vor allem der faire Umgang mit Andersdenkenden und die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten war für die Schüler wichtig.

„Ihr habt beispielhaft gelernt, wie die UN funktionieren“, resümierte Auen. Und: Über eine Internetseite und eine damit verbundene App bleiben die Schüler auch weiterhin in Kontakt.