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Lehrerin in Bad Godesberg: Leyla Dilbaz arbeitet seit vier Jahren an ihrer alten Schule

Lehrerin in Bad Godesberg : Leyla Dilbaz arbeitet seit vier Jahren an ihrer alten Schule

Ein strahlendes Lächeln, aber vor allem auch das rechte Durchsetzungsvermögen: Diese junge Lehrerin an der Johannes-Rau-Schule weiß, was sie will. "Jeder ist seines Glückes Schmied", ist die Devise der 29-jährigen Leyla Dilbaz.

Jeder habe mit Fleiß, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit eine Perspektive. Ja, sie gelte hier an Godesbergs Hauptschule irgendwie schon als Vorzeigelehrerin, bestätigt die Pädagogin türkischer Abstammung. "Meine Erfolgsgeschichte spornt die Schülerinnen und Schüler an. Ich fungiere als positives Vorbild." Sie war selbst Hauptschülerin an der Johannes-Rau-Schule.

2011 hatte die Sensationsmeldung im Pennenfelder Schulzentrum die Runde gemacht, als sie mit einem Notendurchschnitt von 1,6 als Lehrerin zurückkehrte. Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Dilbaz hat die aktuelle Situation an der Johannes-Rau-Schule mit der ihrer Schuljahre vergleichen können.

Warum scheitern denn so viele Hauptschüler auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt? "Ich habe die Erfahrung gesammelt, dass es viele Arbeitgeber oder auch weiterführende Schulen gibt, die Schüler mit einer Realschul- oder gymnasialen Laufbahn bevorzugen", sagt Dilmaz.

Lobenswert finde sie dagegen Arbeitgeber, die den Hauptschülern die Möglichkeit bieten, einen Praktikumsplatz oder eine Ausbildungsstelle anzunehmen, damit die Jugendlichen sich während ihrer Ausbildungszeit profilieren könnten, fügt Dilmaz hinzu. Sie habe damals den Ehrgeiz gehabt, nach einem sehr guten Hauptschulabschluss aufs Gymnasium zu wechseln. Einige Absagen hatte sie trotzdem einstecken müssen.

Das nicht weit von der Hauptschule entfernte städtische Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) wollte sie dann schließlich haben. Klar, der Wechsel damals sei "krass" gewesen, sagt Dilmaz. Aber sie sei nett empfangen worden, habe Förderkurse genutzt und sehr motiviert an sich gearbeitet. Sicher habe ihr auch geholfen, dass ihre türkischen Eltern Wert auf Bildung legten und ihr die Chance gaben, Mathematik, Wirtschafts- und Arbeitslehre, Soziologie und Sport zu studieren.

Ihre heutigen Schüler sähen sie als Vertrauensperson und nähmen ihre Ratschläge an, erläutert Dilbaz. "Ich sehe meine Rolle als Chancengeberin und versuche, jedes Kind optimal zu fördern und zu fordern und es bei der Stärkung des Selbstwertgefühles zu unterstützen." Und was brauchen Hauptschüler noch, um ihren Weg zu finden? Dilbaz denkt nicht lange nach: "Ein Elternhaus, das sie unterstützt, um erfolgreich lernen zu können, so wie bei mir."