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Digitale Kunstausstellung des Wissenschaftszentrums: Lockdown-Szenen aus Afrika

Digitale Kunstausstellung des Wissenschaftszentrums : Lockdown-Szenen aus Afrika

Das Wissenschaftszentrum zeigt in einer digitalen Ausstellung Werke des Künstlers Danny Chiyesu aus Sambia. Bis Ende Januar 2021 kann jeder die Bilder online ansehen.

Während die Corona-Epidemie große Auswirkungen auf die Kulturlandschaft hat, werden viele Museen und Ausstellungshäuser kreativ bei der Frage, wie man die Kunst auch Corona-konform präsentieren kann. Denn auch in so schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die Menschen Kunst erleben können. Viele Institutionen und Museen präsentieren deshalb in diesem Jahr Ausstellungen im Internet als „digitale Ausstellung“. So auch das Wissenschaftszentrum Bonn, das seit Ende vergangener Woche die Ausstellung „Just paint, paint, paint“ des Grafik-Designers Danny Chiyesu aus Sambia präsentiert.

 Für Chiyesu hieß es im April, drei Monate lang in den Lockdown zu gehen – ohne Homeoffice. „Eine für ihn anfangs harte Zeit, die sich aber bald als segensreich herausstellte“, heißt es von den Ausstellungsmachern. Wie in den meisten afrikanischen Staaten haben sich die drastischen Befürchtungen in Bezug auf Covid-19 auch in Sambia bislang nicht bestätigt, wie das Wissenschaftszentrum auf seiner Internetseite berichtet. Im Juli sei es in dem Land zu einem Abflachen der Infektionsraten gekommen.

 In zahlreichen Bildern fasste Chiyesu den Einfluss der Pandemie auf ihn und sein Umfeld zusammen. Eine Auswahl seiner Bilder zeigt nun das Wissenschaftszentrum Bonn auf seiner Webseite als digitale Ausstellung. Das Bildmaterial wird ergänzt durch Audios des Künstlers und Informationen zum Verlauf der Corona-Pandemie in Sambia.

Die Bilder des Künstlers sind vor allem farbenfroh und aussagekräftig. Die Collage „No.1“ erinnert an den Beginn der Pandemie. Große Viren ziehen die Blicke des Betrachters auf sich, sie schwirren vor einem roten Hintergrund und wirken dadurch besonders bedrohlich. Natürlich darf eine blaue Mund-Nase-Maske auf dem Bild auch nicht fehlen. Außerdem auf dem Bild: Ein Mann in einem gelben Schutzanzug, ausgerüstet mit schwarzen Handschuhen und einer speziellen Atemschutzmaske mit Filter. Direkt vor dem Mann ein Absperrband, auf dem in schwarzen Lettern „Caution“ (Vorsicht) steht. Außerdem steht in Englisch auf dem Bild: „Bars und Restaurants geschlossen, Premier-League und Fußball-Spiele abgesagt“ sowie „Handschütteln, Umarmen und Küssen verboten“. Der Künstler will mit dem Bild die gesamte Dramatik aus der Anfangszeit der Pandemie in einem Bild zeigen, was ihm auch eindrucksvoll gelungen ist.

In seinem Bild „Time to Bath“ steht ein kleines Mädchen mit einem schmutzigen Gesicht in einer Badewanne. Der Blick des Mädchens ist traurig. Direkt neben der Wanne liegt der Spielball des Mädchens. Ihre Mutter hockt neben ihr, schaut sie eindringlich an und glaubt wohl, das Kind wolle sich nicht baden. Doch da hat sie falsch gedacht: Das Mädchen möchte baden, weil ringsum das Coronavirus tobt. Das Kind hat Angst und will sich potenzielle Viren vom Körper abwaschen.

Ein anderes Bild von Danny Chiyesu zeigt drei Jungen, die sich gegenseitig mit Wasser bespritzen, um so spielerisch das Coronavirus abzuwaschen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. Januar 2021 auf der Webseite des Wissenschaftszentrums Bonn unter dem Link www.wissenschaftszentrum-bonn.de/veranstaltungen/just-paint-paint-paint zu besichtigen.