Tag des offenen Denkmals in Bonn Mausoleum öffnet seine Türen am Sonntag

Plittersdorf · Am Tag des offenen Denkmals kann das ansonsten geschlossene Mausoleum von Carstanjen besichtigt werden. Termin ist der 11. September.

 Würdige Ruhestätte für jedermann: das Mausoleum von Carstanjen.

Würdige Ruhestätte für jedermann: das Mausoleum von Carstanjen.

Foto: Ebba Hagenberg-Miliu

Der Bronzeengel an der mächtigen Pforte scheint den Weg zu weisen. Mit ernster Miene führt er den, der die Freitreppe zum Mausoleum von Carstanjen hochgestiegen ist, hinein in die Säulenhalle des Pantheon-artigen Rundbaus.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Zuckerfabrikant Adolf von Carstanjen ihn in Rheinnähe als letzte Ruhestätte seiner Familie bauen lassen. Sie ist am 11. September, am Tag des offenen Denkmals, von 13 bis 15.30 Uhr für jedermann zu besichtigen. Ansonsten gilt die Ruhe der Toten.

Für den Besucher flutet in der Säulenhalle Licht durch die Oberfenster der Kuppel. An den beiden steinernen Säulenträgerinnen vorbei geht es hinunter in die Krypta. Die Aufschrift „Sie ruhen in Frieden, und wir folgen nach“ ist zu lesen. Und dann öffnet sich im sternenförmig angelegten Raum der Blick zu den Urnenstätten. Denn neben den ehemaligen Eigentümern können sich dank der Bürgerstiftung Rheinviertel seit 2007 auch ganz normale Bürger hier bestatten lassen.

„Das Mausoleum steht allen offen, egal welcher christlichen Konfession oder auch ohne Konfession, und wird auch entsprechend nachgefragt und genutzt“, erklärt Christine Kiderlin für die Stiftung auf GA-Nachfrage nach den Nutzern. Zurzeit seien zwei Drittel der Beigesetzten und Menschen, die eine Anwartschaft abschlössen, Gemeindemitglieder oder zumindest aus Bad Godesberg. „Zunehmend haben wir aber auch Beisetzungen und Anwartschaften von der anderen Rheinseite, aus Bonn, Meckenheim oder sogar aus Köln“, erläutert Kiderlin.

Zurzeit seien 851 Plätze belegt. Zur Verfügung stünden fast 3000. Es bestünden derzeit 1144 Anwartschaften, berichtet Kiderlin. Die Urnen der Verstorbenen verblieben 15 oder 25 Jahre in der Krypta. Auch längere Ruhezeiten seien möglich, ebenso wie der Ankauf benachbarter Urnengrabplätze für Familien.

„Nach Ablauf der vereinbarten Ruhezeit wird die Asche der Verstorbenen auf der Westseite des Mausoleums in der Parkanlage beigesetzt“, heißt es. Bei Bestattungen fänden die Trauerfeiern in der Rotunde statt. „Während die Trauernden im Raum bleiben, wird zum Ende des Rituals die Urne in die Krypta hinabgetragen und in einer Grabkammer beigesetzt“, sagt Kiderlin. Der Name der Verstorbenen und ihre Geburts- und Sterbedaten würden später auf Messing-Platten verzeichnet.

„Die Preise orientieren sich an den Bestattungsgebühren der kommunalen Friedhöfe“, berichtet die Stiftungsvertreterin. Einschließlich der Gedächtnisplatte und der Nutzung der Rotunde für die Trauerfeier koste ein Urnengrabplatz für 15 Jahre derzeit 1755 Euro oder 2505 Euro für 25 Jahre. Für eine Anwartschaft auf eine Grabstätte zahle man bei einer Laufzeit von 15 Jahren 1000 Euro. „Dies wird später mit den Kosten der Bestattung verrechnet.“

Die Zinsgewinne kämen übrigens zusammen mit etwa 90 Prozent der Einnahmen aus dem Mausoleum den sozialen Projekten der Bürgerstiftung Rheinviertel zugute, betont Kiderlin. Und damit förderten die Familien der Verstorbenen zum Beispiel Kindertagesstätten samt heilpädagogischem Beratungs- und Förderdienst, ambulante Demenz- und Palliativdienste, integrierte Hospize in Altenpflegeeinrichtungen und die katholische Jugendarbeit in ganz Bad Godesberg.

Alles zum Tag des offenen Denkmals auf https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstalter.