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Jüdisches Mahnmal an der Meckenheimer Straße : Mehr Schutz für die Mehlemer Gedenkstätte

Jüdisches Mahnmal an der Meckenheimer Straße : Mehr Schutz für die Mehlemer Gedenkstätte

Immer wieder wird an dem jüdischen Mahnmal in der Meckenheimer Straße Sperrmüll abgestellt. Ein Bürgerantrag will dem Einhalt gebieten.

Immer wieder kommt es vor, dass direkt an der jüdischen Gedenkstätte in der Meckenheimer Straße Sperrmüll abgeladen wird. Zuletzt erst vergangenen Mittwoch. Entsprechende Bilder machten bei Facebook die Runde. Direkt unterhalb des Schildes, das an die am 10. November 1938 zerstörte Mehlemer Synagoge erinnert, lag vergangene Woche noch der Gedenkkranz zu den Novemberprogromen 1938 – inmitten von Bergen mit Sperrmüll. Matratzen, Schränke, Plastikboxen, Holz, Stühle, eine Klobrille und anderer Unrat wurde dort nicht gerade platzsparend abgelegt.

Ein Umstand, der sofort geändert werden soll, wie aus einem Bürgerantrag hervorgeht, der am 16. Dezember in der Bezirksvertretung Bad Godesberg diskutiert werden soll.

Der Antrag wurde Ende Oktober gestellt und bezieht sich auf einen Sperrmülltermin am 23. September. Der Antragsteller schreibt dabei, dass es die Bewohner der Meckenheimer Straße selber sind, die dort ihren Sperrmüll abgestellt haben. „Laut Anwohner wurde ihnen von der Hausverwaltung das Abstellen dort auferlegt. Leichte Beschädigungen in der frisch sanierten Wand sind durch abgestellte Möbelteile entstanden“, so der Antragssteller. Außerdem würden durch die Müllberge Fußgänger und auch Kinder der nahen Schule gezwungen, auf die viel befahrene Straße auszuweichen. „Des Weiteren ist der Fußgänger-Überweg dann auch versperrt“, heißt es. So war es auch in der vergangenen Woche. Um den Zebrastreifen nutzen zu können, mussten Passanten schon halb auf der Straße stehen.

Um diesen Umstand in der Zukunft zu verhindern und der Stätte seinen würdevollen Rahmen wiederzugeben, soll die Stelle der Gedenkstätte gesondert gekennzeichnet werden. Der Antragssteller schlägt dabei Poller oder auch Sperrpfosten vor. Außerdem soll dafür auch ein Schild angebracht werden, das auf den besonderen Ort hinweist, so dass dort kein Müll abgelagert wird.

Die Stadtverwaltung hat auf den Antrag bereits geantwortet, allerdings nicht so, wie von dem Antragssteller erwartet.

Die Verwaltung zitiert dabei Bonnorange: Sperrmüll sei am Abfuhrtag bis spätestens 7 Uhr am Gehwegrand so aufzustellen, dass niemand über das unvermeidbare Maß hinaus belästigt, behindert oder gefährdet wird. Außerdem, so Bonnorange, handle jeder, der Sperrmüll so bereitstellt, dass Gefahren entstehen, ordnungswidrig. Bürger, die falsch abgestellten Sperrmüll entdecken, sollen sich an den Stadtordnungsdienst wenden.

„Mit Absperrpfosten lässt sich ein ordnungswidriges Ablegen von Sperrmüll nicht unterbinden“, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme. Außerdem würde die Stadt Bonn solche Pfosten schon „seit Jahren“ nicht mehr einsetzen, da der bauliche und insbesondere der Unterhaltungsaufwand nicht zu leisten sei. „Im Gegenteil werden Absperrpfosten bei irreparablen Beschädigungen in zunehmendem Umfang nicht mehr ersetzt“, erklärt die Verwaltung.

Daher schlägt die Bonner Stadtverwaltung den Mitgliedern der Bezirksvertretung vor, den Antrag abzulehnen. Ob sie dies auch wirklich tun oder auch andere Lösungsansätze diskutieren, wird die Sitzung am kommenden Mittwoch (17 Uhr, Gustav-Stresemann-Institut) zeigen.