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Wohnungen in Friesdorf: Mieten steigen um 15 Prozent

Wohnungen in Friesdorf : Mieten steigen um 15 Prozent

Um satte 15 Prozent sind die Mieten in einigen Wohnungen am Klufterhof, am Woltersweiher und in der Klufterstraße gestiegen. Und das, obwohl der Eigentümer die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist, und nicht ein Unternehmen, das auf hohen Gewinn aus ist.

"Wir sind entsprechend der gesetzlichen Vorgaben verpflichtet, Vermögensgegenstände des Bundes nur zum vollen Wert zu überlassen", erklärt Thorsten Grützner von der BImA. Heißt: Man richtet sich nach den örtlichen Vergleichsmieten, die in Bonn durch einen Mietspiegel festgehalten sind. Regelmäßig überprüften die Bundesanstalt und der Verwalter der Liegenschaften die Mieten.

Deshalb bekamen einige Anwohner, deren Mieten zu gering waren, in den vergangenen Wochen Post von der Firma G. Reiser, die sich um die Gebäude kümmert. Insgesamt sind in Friesdorf etwa 130 Mieter betroffen, in den restlichen Wohnliegenschaften der Bundesanstalt in Bonn etwa 150. Zunächst sollten die Mieten sogar um 20 Prozent steigen. Als aber vom Land eine neue Kappungsgrenze für Mieterhöhungen verabschiedet wurde, war bei 15 Prozent Schluss.

Vor allem alte Mieter, viele davon ehemalige Bundesbedienstete, sind über die Mieterhöhung verärgert. "Ich wohne seit 18 Jahren in der gleichen Wohnung, im gleichen Wohnumfeld. An beiden hat sich nichts verändert", schrieb eine Leserin dem General-Anzeiger. Der Mietspiegel entspräche nicht der tatsächlichen Wohnqualität der alten Häuser, die in den 1950 Jahren erbaut und seitdem nur wenig verändert wurden.

Das Treppenhaus sei seit 18 Jahren nicht renoviert worden, gleichzeitig seien die Mieter dazu verpflichtet, Schönheitsreparaturen selbst vorzunehmen. Um Ruhe, Ordnung und Sauberkeit in den Häusern kümmere sich kaum jemand. "Praktisch befinden sie sich in Selbstverwaltung."

Sie findet, dass die Mieten unterschieden werden müssten, nach Altmietern, Zugehörige des öffentlichen Dienstes oder auch Mieter vom freien Wohnungsmarkt. "Neumieter zahlen für eine topsanierte Wohnung unwesentlich mehr als ich."