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Ausstellung zur Bad Godesberger Verkehrsgeschichte: Mit Bahn, Bus und Boot durch die Badestadt

Ausstellung zur Bad Godesberger Verkehrsgeschichte : Mit Bahn, Bus und Boot durch die Badestadt

Seit Dienstag präsentiert die Volkshochschule Bonn (VHS) in ihren neuen Räumlichkeiten die Ausstellung "Mit Bahn, Bus und Boot durch Bad Godesberg." Sie erinnert mit ausgewählten Bildmotiven an den öffentlichen Verkehr in der Kur-, Kongress- und Diplomatenstadt im Zeitraum der 1930er bis 1960er Jahre.

"Gerade die Nachkriegszeit war geprägt von einem starken Aufschwung Bad Godesbergs durch die Nähe zur jungen Bundeshauptstadt Bonn", erläuterte zur Eröffnung Ausstellungskurator Volkhard Stern. "Auch die öffentlichen Verkehrsmittel spielten eine wesentliche Rolle für die Erschließung des Stadtgebiets und die städtische Infrastruktur", so Stern.

Und ein Weiteres ist bemerkenswert, erzählt der Verkehrshistoriker: "Alle Verkehrsunternehmen fuhren ohne Tarifverbund oder Fahrplanabstimmung nebeneinander her. Das wäre heute nicht mehr vorstellbar."

Es ist die erste Ausstellung in den neuen Räumen der VHS am Michaelshof, die nach dem Umzug aus den City-Terrassen wiedereröffnet wurde. Im Foyer und den Gängen hängen 75 historische Fotos, eingebettet in etwa 40 Rahmen. Neben den Bildern ist auch altes Kartenmaterial ausgestellt, das dem Besucher den geografischen Kontext näherbringt.

So sah die Umgebung verkehrstechnisch aus

Erläutert werden die Fotos von teilweise längeren Texten. Das Fotomaterial kommt aus verschiedenen Quellen: von Privatleuten, Fotografen oder dem Stadtarchiv. Fachbereichsleiter Andreas Preu, der die Ausstellung ins Haus geholt hat, freut sich darüber: "So können die Besucher sehen, wie es zum Beispiel hier in unserer unmittelbaren Umgebung verkehrstechnisch früher ausgesehen hat."

Auf der Schiene war es die Eisenbahn, die von 1855 an die Verbindung von Bonn und Köln im Norden, nach Mehlem und Rolandswerth im Süden ermöglichte. Erst 1880 kam es unter Bismarck zur Verstaatlichung der privaten Bahngesellschaft. Die Dampfloks wurden 1958 mit der Elektrifizierung der linken Rheinstrecke in Pension geschickt. Für den Nahverkehr ging 1892 die schmalspurige Dampfstraßenbahn Bonn - Godesberg in Betrieb, die größtenteils der Provinzialstraße Bonn - Koblenz folgte und ein Jahr später bis Mehlem verlängert wurde.

1911 konnte die Kleinbahn umgespurt und elektrifiziert werden, die Straßenbahn Bonn - Godesberg - Mehlem (BGM) im gemeinsamen Besitz der Städte Bonn und Bad Godesberg war entstanden. Sie verkehrte auf dem Restabschnitt nach Mehlem bis Ende 1976, nachdem der Großteil der Strecke von Bonn bis zur Godesberger Rheinallee bereits 1975 von der neuen Stadtbahn abgelöst worden war.

Der ÖPNV auf der Straße begann 1910 mit dem "Ländchen-Express", einer regelmäßigen Autobusverbindung von Godesberg über Villip und Berkum bis Mehlem. 1913 stellte der Betreiber den Verkehr wegen schlechter Straßenverhältnisse wieder ein. Die Kraftpost, also die Postomnibusse der Deutschen Reichs- beziehungsweise Bundespost, nahmen die Verbindung Mitte der 20er Jahre wieder auf und bedienten die Strecken ins Ländchen bis Mitte 1976.