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Theatergruppe Pennenfeld: Mit Begeisterung und Herzblut dabei

Theatergruppe Pennenfeld : Mit Begeisterung und Herzblut dabei

Die Theatergruppe „Stadt ¼ Theater Pennenfeld“ führt im November die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt auf.

„Die Millionärin wird der Stadt Wohlstand bringen. Sie kann die Schulden vom WCCB abtragen!“ ruft der Mann mit der Brille laut, die Damen nicken. „Jetzt dort rüber gucken!“, ruft Regisseurin Sibylle Drenker-Seredszus rein und gibt den Schauspielern weitere Anweisungen.

Die Theatergruppe „Stadt ¼ Theater Pennenfeld“ probt unter Leitung der Theaterpädagogin Sibylle Drenker-Seredszus in den Räumlichkeiten der Begegnungsstätte Mehlem für die Inszenierung der Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Am Freitag, 4. November, wird die 20-köpfige Amateurschauspielergruppe das gesellschaftskritische Stück dort zum ersten Mal aufführen, vier weitere Auftritte in der Umgebung sollen folgen. Initiiert hat das Projekt das Quartiersmanagement Pennenfeld und die Stadt Bonn unterstützt die Gruppe zum zweiten Mal mit dem Quartiersfonds.

„Toll ist, dass ganz unterschiedliche Menschen mitspielen und alle mit Begeisterung und Herzblut dabei sind“, sagte Drenker-Seredszus, Theaterpädagogin und Leiterin des Projekts. Seit Januar probt sie mit der bunt gemischten Gruppe aus Laien und geübteren Hobbyschauspielern für den großen Auftritt. Das durchschnittliche Alter der Gruppe liegt bei 60 Jahren, dabei ist der Jüngste 34 Jahre und die älteste Dame in der Gruppe stolze 93 Jahre alt. Gespielt wird mit nur wenigen Mitteln und ohne Bühne, dafür geben sich die Schauspieler sehr viel Mühe und zeigen vollen Körpereinsatz.

In drei Akten erzählt das Stück „Der Besuch der alten Dame“ des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt aus dem Jahr 1956 von der Milliardärin Claire Zachanassian, die der Stadt ihrer Jugend nach langer Zeit einen Besuch abstattet, um sich an ihrem damaligen Freund zu rächen. Mit 17 Jahren ließ er sie mit dem ungeborenen Kind sitzen und für dieses Unrecht fordert sie nun Vergeltung. So bietet sie den Bürgern der verarmten Kleinstadt Güllen sehr viel Geld für den Mord an dem Schuldigen an, woraufhin eine psychologische Hetzjagd beginnt.

„Wir bringen einige komische Elemente mit in das Stück rein, aber ansonsten bewegen wir uns nah am Text der Tragikomödie von Dürrenmatt“, sagte Regisseurin Drenker-Seredszus „es geht vor allem um die Korrumpierbarkeit der Menschen und damit ist das Stück auch heute noch brandaktuell“. Viele Anspielungen in dieser Inszenierung würden auch gut in die heutige Zeit passen. Den rund 20 Schauspielern von „Stadt ¼ Theater Pennenfeld“ hat das Projekt bereits sehr viel Spaß bereitet und nun freuen sie sich auf ihren Auftritt. „Toll, was wir in der Gemeinschaft geschafft haben“, sagte Alois Schäfer, der den Lehrer spielt, „alle hatten sehr viel Freude und sowas hält einen ja auch auf allen Ebenen fit“.