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Max-Antoine Meisters ist ein musikalisches Multitalent: Mit gebrochenen Armen zum ersten Song

Max-Antoine Meisters ist ein musikalisches Multitalent : Mit gebrochenen Armen zum ersten Song

Beide Arme gebrochen zu haben, ist für Klavier- und Schlagzeugspieler sehr ungünstig. Max-Antoine Meisters hat in dieser Situation ein besonderes Talent entdeckt: das Songschreiben. Nach einem Sportunfall saß er zu Hause, beide Arme im Gips.

"Mir war halt sehr langweilig", erinnert sich der 15-Jährige aus Plittersdorf. Statt Musik zu machen, dachte er eben über Musik nach, und dabei kam ihm die Idee zu einem Lied - mal eben so. Er suchte seine Mutter auf und diktierte ihr den Text. Daraus entstand sein erster eigener Song "Fantasy".

Inzwischen hat er sechs geschrieben, mit "Superhero", seinem vierten, hatte er vor Kurzem beim Singer/Songwriter-Wettbewerb "Xpress Yourself" unverhofft den Sonderpreis für gelungenes Bühnen-Entertainment abgeräumt, mit dem er ein Coaching an der Pop-Akademie Baden-Württemberg in Mannheim erhält. Es ist ein Liebeslied, wie die meisten anderen auch.

"Ich hänge immer an der Liebe", sagt Max-Antoine. "Das ist wahrscheinlich die einfachste Variante." Sein fünfter Song allerdings, "Freedom", hat einen politischen Inhalt, und in "Pas comme les autres" geht es um ihn selbst: Er möchte anders als andere sein, nicht mit dem Strom schwimmen, seine Individualität ausleben.

Nach dem Abschluss an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bad Godesberg will er Musik studieren, am liebsten an der Pop-Akademie. "Ich möchte auf jeden Fall meine Musik verkaufen." Ob er beim Songschreiben bleibt oder lieber singt, weiß er noch nicht. Vielleicht macht er auch als Schlagzeuger Karriere.

Seit elf Jahren spielt er schon, und ein Ereignis hat ihn besonders motiviert dranzubleiben: Bei einem Konzert von Sheila E., die in den 80ern als Schlagzeugerin von Prince bekannt geworden war, durfte er mit einigen anderen auf die Bühne. "Ich war das einzige Kind da." Während die anderen Fans tanzten, konzentrierte er sich auf den Schlagzeuger - bis Sheila E. ihm plötzlich die Schläger in die Hand drückte und ihn zum Spielen aufforderte. Das habe er gemacht, und alle seien ziemlich überrascht von seinem Talent gewesen.

Das Musizieren liegt ihm im Blut. "Ich drücke mich mehr aus, wenn ich singe, als wenn ich spreche", sagt Max-Antoine. In der Schule komme das gut an. Vor allem auf den Musiklehrer Thomas Lennartz baut er: Der hatte damals seinen ersten Song für stimmlich und textlich gut befunden.

Seitdem arbeiten sie viel zusammen - längst habe sich laut Max-Antoine ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Der Jugendliche ist auch schon in der Gesamtschule aufgetreten, und auf sein Hobby geht auch die Songwriting-AG zurück.

Max-Antoine ist auch Schlagzeuger der Big Band der Bonner Musikschule und Mitglied in einer Jazz-Combo. Darüber hinaus spielt er Tennis in der Bezirksliga beim Bonner Tennis- und Hockey-Club. Neben Xpress Yourself hat er sich auch schon an den Wettbewerben "Jugend komponiert" in Köln und "Nachtfrequenz" in Unna beteiligt, war aber nicht erfolgreich.

Seine Freunde hätten ihm auch schon vorgeschlagen, mal zu einer Castingshow ins Fernsehen zu gehen. Aber daran liege ihm nichts, sagt Max-Antoine. Stattdessen ist zu hoffen, dass man von ihm als Songwriter noch einiges hört. Von denen gibt es ja auch nicht so viele.