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Integration in Bad Godesberg: Moscheen als Brückenbauer

Integration in Bad Godesberg : Moscheen als Brückenbauer

Die städtische Integrationsbeauftragte Coletta Manemann regt noch mehr bürgerschaftliche Dialoginitiativen an.

Das Thema Parallelgesellschaft wird in kaum einem anderen Land so heftig diskutiert wie in Deutschland. Dazu sagt die städtische Integrationsbeauftragte Coletta Manemann: "Es gibt immer Gruppen, auch unter Migranten, die sich zurückziehen und nur in ihrem eigenen Umfeld agieren." Kritisch werde es, wenn mit dem Rückzug eine Abwertung der Mehrheitsgesellschaft einhergehe. "Gar nicht akzeptabel ist es, wenn diese Gruppen dann Einfluss auf andere nehmen", so Manemann. "Da bin ich auf Seiten vieler Godesberger Muslime, die sich auch gegen solche Kräfte wehren und die für das Grundgesetz und die Religionsfreiheit eintreten."

Dabei betont Manemann die wichtige Rolle der Moscheen als Brücke zwischen gläubigen Muslimen und nicht-muslimischer Bevölkerung. Diese Brückenfunktion sollten sie noch stärker wahrnehmen, sich klar in Sachen Extremismus positionieren und Ansprechpartner sein.

Muslimische Organisationen wie der Mehlemer Verein Haus der Generationen, die sich in hohem Maße ehrenamtlich engagierten, müssten mehr Unterstützung in der Bürgerschaft erfahren. Bürger, egal welcher Konfession oder konfessionslos, sollten bei Bedarf Dialoginitiativen im Viertel bilden, um kritische Punkte gemeinsam anzupacken. Der überaus engagierte interreligiöse Dialogkreis könne das nicht für den ganzen Stadtbezirk bewältigen. Wichtig seien auch die Schulen: "Sie müssen sich aktiv dem Miteinander widmen. Sie benötigen dringend mehr Lehrer für den islamischen Religionsunterricht."

Was das politisch diskutierte Thema arabische Schriftzeichen in Schaufenstern angeht, sagt Manemann: "Gespräche und Argumente finde ich sinnvoller als Vorwürfe und Verbote, daher ist es richtig, für zweisprachige Beschriftungen von Schaufenstern zu werben. Aber ich finde es zugleich nicht dramatisch, wenn das ein oder andere arabischsprachig bleibt."