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Nachvolger für Wilfried Ring: Neuer Vorstand beim Schwerhörigenverein

Neuer Vorstand beim Schwerhörigenverein : Wilfried Ring gibt nach Jahrzehnten die Führung ab

Der Schwerhörigenverein Bonn mit Sitz in Bad Godesberg hat mehr als 200 Mitglieder. Nach 47 Jahren gibt der Vorsitzende Wilfried Ring sein Vorstandsamt ab. Die Beratungsstelle zieht vorübergehend um.

Jahrzehnte lang hat Wilfried Ring als Vorsitzender die Geschicke des Bonner Schwerhörigenvereins geleitet. Vor kurzem entschied der 74-jährige, sich nicht mehr für den Vorsitz aufstellen zu lassen und den Staffelstab weiterzureichen. „Aus gesundheitlichen Gründen muss ich schweren Herzens den 1. Vorsitz abgeben, denn die gesundheitlichen Probleme werden leider immer mehr“, schildert Ring. Der Rentner will nun als „Zaungast“ fungieren und das Vereinsgeschehen aus der Ferne beobachten. „Gerne gebe ich den Verein auch in jüngere Hände und bewundere die gute Arbeit des neu gewählten Vorstandes.“

Am Sonntagnachmittag wurden in der Familienbildungsstätte bei den Vorstandswahlen Thomas Lindner und Susanne Fülöp als neue Doppelspitze gewählt. In seiner Rede bedankte sich Lindner anschließend bei Ring für die „außergewöhnlichen Leistungen“ im Verein. Das „Erbe“ will der neue Vorsitzende nun in „harmonischer Teamarbeit“ fortsetzen. „Ich freue mich auf die Zukunft und auf die Projekte, die wir in Planung haben“, sagte Fülöp.

Vereinsmagazin mit neuer Redaktion

Unter anderem hat der Verein eine neue Redaktionsgruppe gegründet, die das Vereinsmagazin „Hörkurier“ produziert. Die erste Ausgabe können Interessierte derzeit in der Beratungsstelle erwerben. „Die Mitglieder und der gesamte neue Vorstand stehen im gegenseitigen Kontakt, um sich auszutauschen und zu informieren“, betont Ring, der 1973 über seinen Zahnarzt Friedrich Räther an den Schwerhörigenverein Bonn kam.

Im September 1974 wurde Ring auf der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Bad Godesberg einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. „Zu diesen Zeitpunkt hatte der Verein gerade einmal 25 Mitglieder. Somit standen wir vor neuen großen Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit“, berichtet Ring. „Den Mitgliedern und mir machte die Aufgabe immer mehr Freude, weil sich immer mehr Mitmenschen für die Belange und das Thema Hörbehinderung interessierten.“ Mit der Zeit sei die Mitgliederzahl stetig gewachsen, sodass der Schwerhörigenverein mittlerweile 200 Mitglieder zählt.

Heute schaut der Rentner auf „bewegte Zeiten“ zurück: „Unser Verein wurde am 1. Oktober 1953 im alten Aennchensaal ins Leben gerufen. Man war damals sehr froh, dass es eine Anlaufstelle gab. Seitdem haben wir immer verstanden, durch Zusammenhalt auf der richtigen Spur zu bleiben. Gerade der Schwerhörigenverein Bonn hat in dieser langen Zeit unzählige Menschen mit ihren Hörproblemen unterstützt“, resümiert Ring.

Anlaufstelle für Menschen mit Hörproblemen

Die Probleme seien bei den Mitgliedern unterschiedlich und hätten ebenso unterschiedliche Ursachen. „Es ist daher sehr wichtig, dass es in Bonn eine Anlaufstelle gibt, um die Menschen mit ihren Problemen nicht alleine zu lassen.“ Noch heute hätten es Hörbehinderte schwer, in der Gesellschaft ernst genommen und verstanden zu werden, beobachtet der langjährige Vorsitzende. „Obwohl für Hörbehinderte in den letzten Jahren vor allem mit Hilfe der Technik einige Verbesserungen erreicht wurden.“ Hörgeräte und Implantate etwa seien große Errungenschaften der modernen Medizin und würden vielen Hörbehinderten helfen, so Ring. „Als Fazit muss ich aber sagen, dass es trotz der Technik und vielen anderen Verbesserungen noch einiges zu tun gibt, bis auch der letzte Hörbehinderte mit Hilfe der Medizin und der Technik optimal versorgt ist.“

Einen Wechsel gibt es übrigens auch bei der Beratungsstelle: Sie ist nicht mehr in der Koblenzerstraße 25 in Bad Godesberg zu finden, sondern übergangsweise in der Hausdorffstraße 250, 53129 Bonn. Weitere Informationen gibt es unter www.schwerhoerigenverein-bonn.de