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Arbeiten an Fahrrinne: Nassbagger holt Sand und Kies aus dem Rhein

Arbeiten an Fahrrinne : Nassbagger holt Sand und Kies aus dem Rhein

Zwei Wochen lang wird in Bad Godesberg gearbeitet, um die Fahrrinne wieder zu verbreitern. Ein sogenannter Nassbagger ist im Einsatz, vom Godesberger Ufer aus nicht zu übersehen.

Wer zurzeit am Bad Godesberger Rheinufer unterwegs ist, kann ihn nicht übersehen: den sogenannten Nassbagger, mit dem das Wasser- und Schifffahrtsamt Köln seit gestern rund 3500 Kubikmeter Sand und Kies aus dem Rhein schaufelt.

Der Grund: Durch die hohen Wasserstände in den vergangenen Monaten haben Kiesablagerungen dafür gesorgt, dass die Fahrrinne des Flusses schmaler und flacher geworden ist, erklärt Michael Haas vom Wasser- und Schifffahrtsamt. „Das führt zu einer Beeinträchtigung der Schifffahrt“, sagt der Diplom-Ingenieur.

Das soll sich nun ändern. Rückt der Bagger wieder ab, wird die Fahrrinne wieder 2,50 Meter tief und 150 Meter breit sein. Doch das dauert seine Zeit. Gut zwei Wochen lang wird in der Nähe des Rüngsdorfer Schwimmbades, zwischen Rheinkilometer 645,9 und 646,6, gearbeitet.

Im Anschluss wird der Bagger vermutlich am Bonner Hafen in Graurheindorf oder in Beuel eingesetzt, sagt Haas. Ob das wirklich so ist, entscheidet sich allerdings erst im Lauf der Woche.

Doch wie stellt das Wasser- und Schifffahrtsamt überhaupt fest, wo der Bagger gebraucht wird? „Zwei Mal im Jahr wird eine Verkehrssicherungspeilung durchgeführt“, erklärt Haas. Dann sendet das Amt Peilschiffe aus, die auf der Fahrrinnengrenze unterwegs sind und messen, ob diese breit und tief genug ist. Ist das nicht der Fall, muss der Bagger helfen.

An besonders kritischen Stellen – eine davon befindet sich in Köln – wird übrigens mehr als zweimal im Jahr nach dem Rechten geschaut. Die jüngste Peilfahrt fand im April statt. Dabei stellte sich heraus, dass ein Einsatz in Bad Godesberg nötig ist.

Zuletzt war dies dort vor ungefähr drei Jahren der Fall, sagt Haas. Wann es wieder so weit sein wird, könne man nicht sagen. „Der Rhein lebt. Mal gibt es viel, mal wenig Sediment.“ Beeinflusst werde dies unter anderem von den Wasserständen. Ist der Pegel hoch, bringt er Sand und Kies mit sich, erklärt Haas. Meistens jedenfalls. Denn ein hoher Pegelstand müsse nicht zwangsläufig Kiesablagerungen mit sich bringen.

So spiele auch die Ortslage eine Rolle. An der Deutzer Platte in Köln zum Beispiel müsse man fast jedes Jahr ausbaggern, auch am Bonner Hafen sei der Bagger regelmäßig im Einsatz – wenn auch deutlich seltener als in Köln. An anderen Stellen wie in Bad Godesberg hinwiederum komme der Bagger nur unregelmäßig zum Einsatz.

Das Zuständigkeitsgebiet des Wasser- und Schifffahrtsamtes Köln beginnt an der Landesgrenze in Mehlem und führt über Bonn, Köln und Düsseldorf bis zum Rheinkilometer 759,7, von wo aus man die Krefelder Brücke sehen kann.