Hallenbad in Bad Godesberg Abriss und Neubau des Kurfürstenbads werden wohl teurer

Bad Godesberg · Der Amtsleiter des Sport- und Bäderamtes und der Projektleiter des Kurfürstenbads stellten sich den Fragen der Politik. Klar ist wohl, dass der Bau teurer wird.

 Das große Mosaik von Paul Magar soll im neuen Kurfürstenbad einen Platz finden.

Das große Mosaik von Paul Magar soll im neuen Kurfürstenbad einen Platz finden.

Foto: Maximilian Mühlens

Verzögerungen und Mehrausgaben scheinen beim Neubauprojekt des Kurfürstenbads in Bad Godesberg unausweichlich zu sein. Dies ging am Mittwochabend aus einer Diskussion der Bezirksvertretung Bad Godesberg, die im Stadthaus tagte, hervor. Stefan Günther, Leiter des Sport- und Bäderamts, und Wolfgang Ziegert, Projektleiter des Kurfüstenbads, gaben vor dem Gremium einen aktuellen Sachstandsbericht ab.

Wie berichtet, befindet sich das Projekt derzeit in der zweiten Stufe des europaweiten Vergabeverfahrens. Eigentlich sollte dieser Part Ende November abgeschlossen sein. „Wir sind derzeit bei rund 70 Prozent“, so Ziegert, der sich seit Oktober 2020 im Sport- und Bäderamt um den Rückbau und Neubau des Kurfürstenbads federführend kümmert. Zuvor war er beim Städtischen Gebäudemanagement Abteilungsleiter „Bäder“. Er verwies vor allem auf die Informationen, die auch in der Stellungnahme der Verwaltung stehen (der GA berichtete).

Er erklärte, dass vor allem der Rückbau des Kurfüstenbads anspruchsvoll sei. Dafür müsste ein Spezial-Tiefbau-Unternehmen beauftragt werden, da unter anderem ein Hang und die Baugrube abgesichert und beim Rückbau Schadstoffe (Asbest und künstliche Mineralfasern) entfernt und sortiert werden müssten – zudem sei auf die Heilquelle zu achten. Weitere inhaltliche Informationen konnte der Projektleiter mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht geben. Er verwies dabei auf rechtliche Gründe. Juristen eines Kölner Planungsbüros hätten Ziegert gesagt, dass vor Abschluss des Verfahrens keine Details öffentlich werden sollen.

Bürger Bund Bonn wollte Akteneinsicht beantragen

Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn (BBB) wollte das so nicht stehen lassen. „Wir haben auch einen nicht-öffentlichen Teil. Dort können relevante Informationen durchaus mitgeteilt werden. Sonst habe ich hier heute keinen neuen Sachstand erfahren“, so Schmitt. Ralf-Jochen Ehresmann von der Linkspartei forderte ebenfalls, dass Informationen im nicht-öffentlichen Teil mitgeteilt werden, dafür habe man ja schließlich diesen Teil der Sitzung. Ziegert blieb bei seiner Haltung.

Im Verlauf der Sitzung verwies Schmitt auf Paragraph 55 der Gemeindeordnung, der besagt, dass der Bürgermeister verpflichtet sei, einem Ratsmitglied auf Verlangen Auskunft zu erteilen oder zu einem Tagesordnungspunkt Stellung zu nehmen. Schmitt wollte auf diesem Wege einen Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung heben, der eine Akteneinsicht in die Unterlagen des Kurfürstenbads ermöglichen sollte. Dieser Antrag wurde allerdings nicht auf die Tagesordnung gesetzt.

CDU befürchtet Verzögerungen

„Es ist schade, da Sie wenig Neues mitbringen“, so Jens Röskens von der CDU: „Was sich abzeichnet, ist eine erneute Verzögerung“. Er erinnerte dabei Amtsleiter Günther daran, dass eine erste Planung bereits im 1. Quartal präsentiert werden sollte. Günther erklärte daraufhin, dass er die „Ungeduld des Gremiums sehr gut verstehen“ könne. Und er bestätigte auch, dass er im April noch gesagt habe, dass mit einer Vorentwurfsplanung im 1. Quartal 2022 zu rechnen sei. Aktuell sei man zwei Monate im Verzug. „Das Projekt wird bei uns mit höchster Priorität bearbeitet. Daher ist das 2. Quartal 2022 für eine Entwurfsplanung realitätsnah“, so Günther.

Auftragsvergabe soll im kommenden Jahr erfolgen

Er stellte außerdem in den Raum, dass bereits Anfang nächsten Jahres die entsprechenden Beauftragungen erfolgen sollen. Projektleiter Ziegert nannte Anfang Februar als realistisch. Da auch er den Unmut unter den Gremiumsmitgliedern spürte, versicherte er, dass bei den Vergabeverfahren alles nach Plan gelaufen sei. „Das war eine Mammutaufgabe, die 100-prozentig korrekt verlaufen ist“, so der Projektleiter.

Immer wieder machte er darauf aufmerksam, dass der Rückbau des Bades nicht einfach sei. Er rechne erst mal nicht mit weiteren Verzögerungen, da Neubau-Planung und Rückbau-Planung höchstwahrscheinlich parallel laufen könnten. Nicole Unterseh von den Grünen fragte nach dem großen Mosaik von Paul Magar und was damit geschehen soll. Auch dazu habe es bereits Gespräche gegeben. Nach aktuellem Stand soll es vorsichtig abgebaut und im neuen Kurfürstenbad einen Platz finden.

Neues Kurfürstenbad wird höchstwahrscheinlich teurer

Im Verlauf der Diskussion kamen Zweifel an den Gesamtkosten auf. „Die 15 Millionen Euro werden nie im Leben reichen“, so Uli Barth von der SPD. Ziegert erklärte, dass man für die Verfahren eine Summe nennen musste. „Dass die Kosten so ausreichen, da gibt es gewisse Zweifel“, so Ziegert, ohne eine Zahl zu nennen. „Der Rückbau ist schon schwierig, die Sortierung der Rückbaustoffe wird auch immer teurer“, so der Projektleiter.

Amtsleiter Günther machte deutlich, dass die Wünsche der Politik nach einer Sauna und einem Therapiebecken überhaupt nicht in die 15 Millionen Euro mit eingerechnet seien – die Kosten würden noch obendrauf kommen. Allerdings beruhigte Günther auch, denn insgesamt würden für die Projekte des Bonner Bäderkonzeptes 130 Millionen Euro bereitstehen. Daher werde es auch auf die anderen Projekte ankommen, wie viel diese letztendlich kosten könnten. Würden davon welche günstiger, könnten diese Gelder dann für das Kurfürstenbad verwendet werden.

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