1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Fantasie und Realität: Neue Austellung im Haus an der Redoute eröffnet

Fantasie und Realität : Neue Austellung im Haus an der Redoute eröffnet

Wer die Austellung im Haus an der Redoute besucht, braucht „Aufmerksame Augen.“ Der Titel der Schau verspricht außerdem „Fantasie und Realität“. Noch bis zum 29. August zeigen Hetty Liebelt, Jörg Wagner und Dimitrios Diamantis ihre Kunst.

„Aufmerksame Augen“ sind gefordert, wenn sich der Besucher im Erdgeschoss des Hauses an der Redoute umschaut. Dort hängen seit Dienstag Bilder von drei Künstlern, die mit „Fantasie und Realität“ spielen. Sehr realistisch kommen die Gouache-Malereien von Dimitrios Diamantis daher, wohingegen die Werke von Jörg Wagner vor Fantasie sprühen und diese auch beim Betrachter herausfordern. Hetty Liebelts Bilder bewegen sich sachte zwischen diesen Extremen.

Elvira Engelhardt, die in Bad Godesberg ein Online-Atelier führt, habe die Ausstellung ins Leben gerufen, sagte Bezirksbürgermeister Christoph Jansen, der als Hausherr Künstler und Gäste begrüßte. Diamantis weilte im Ausland. Er hat zur Werkschau Motive aus seiner Heimat Griechenland beigesteuert. Scharf konturiert und mit Sinn fürs Detail hat er antike Ruinen, Stadt- und Landschaftsansichten gemalt, immer mit Gouache-Technik. Mit seinen Werken wolle der Künstler beim Betrachter eine „mentale Euphorie“ wecken, sagte der Kunstmaler und Ehemann der Projektleiterin, Fritz Engelhardt, der in die Ausstellung einführte.

Er stellte auch Hetty Liebelt vor, die 1950 in Antwerpen geboren wurde, dort Grafik studierte und später in Deutschland als Werbegrafikerin arbeitete. Seit 1989 malt sie mit Acryl und Öl, ihr Atelier sowie eine Malschule hat sie in Rüngsdorf. „Sie ist eine Malerin, die das Spezielle und das Witzige einer malerischen Szene sicher in ihren Bildern auszudrücken versteht“, sagte Engelhardt. Zur Ausstellung hat sie Portraits mitgebracht, „weil der Mensch im Mittelpunkt meiner Kunst steht“, erklärte Liebelt.

Sie liebe es, den Charakter der Menschen herauszuarbeiten und zu zeigen, sagte sie. Besonders schätze sie Aktmalerei, aber sie lässt sich auch von Mythologie inspirieren, wie ihre Medusa-Darstellung zeigt. Mitunter gehen ihre Motive ins Expressionistische, etwa beim Tänzer, der ein großes Auge in der Hand hält.

Bunt, mitunter überschwänglich lebhaft kommen die Bilder von Jörg Wagner daher. Der freischaffende Künstler aus Bad Godesberg mag es nicht, interpretierend über seine Bilder zu sprechen, die ganz den Geist der Streetart atmen. „Die Domestizierung dieser straßenbezogenen Kunstform bedeutet jedoch keineswegs eine Abkehr der inhaltlichen Konzepte, der farbenfreudigen Gestaltung und der anarchistischen Grundhaltung, die mit der Street Art verbunden sind“, erläuterte Engelhardt.

„Die Absicht ist ja eigentlich, keine Intention zu verfolgen“, sagte Wagner. „Warum muss alles auf einer Idee beruhen?“ Seine Bilder sind bunte Reigen, die karikierte Tiere, Menschen, archaische Motive zeigen und immer wieder den Stier, den Toro. Der sei ein starkes Symbol für Ausdrucks- und Widerstandskraft, Provokation und Freiheit, ganz so wie seine Kunst. Selber habe er nie Streetart mit der Spraydose betrieben. Auf der Leinwand könne er sich viel besser ausdrücken.

Die Ausstellung „Aufmerksame Augen – Fantasie und Realität“ im Haus an der Redoute, Kurfürstenallee 1a, ist bis 29. August zu sehen. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr. Die aktuellen Corona-Hygieneregeln sind einzuhalten.